Masernfall in Werder : Waldorfschule wegen Masern geschlossen

Ein neun Jahre altes Schulkind in Werder ist an Masern erkrankt. Die Waldorfschule bleibt deswegen bis zur kommenden Woche geschlossen.

Neuer Masernfall in der Region: Das Gesundheitsamt prüft nun Schüler und Lehrer in Werder.
Neuer Masernfall in der Region: Das Gesundheitsamt prüft nun Schüler und Lehrer in Werder.Foto: dpa

Werder (Havel) - Die Werderaner Waldorfschule bleibt wegen eines Masernfalls bis Montag geschlossen. „Wir haben am Montag von der Erkrankung eines Schülers erfahren, seit Dienstag ist die Schule geschlossen“, sagte Dieter Dörflinger, Geschäftsführer der Waldorfschule, am gestrigen Mittwoch den PNN. Da die Schüler nicht kommen, bleibe auch der nachmittägliche Hort geschlossen.

Dem neunjährigen Schulkind, das seit dem 23. April krankgeschrieben ist, gehe es inzwischen besser. Anfangs gab es keine Anzeichen für Masern, am 24. kam das Kind laut Kreissprecherin Andrea Metzler aber in die Notaufnahme eines Berliner Krankenhauses. Dort bestätigte sich die Masern-Diagnose. „Die Kinderarztpraxis wurde umgehend informiert. Ungeimpfte Kinder, die mit der Praxis Kontakt hatten, wurden sofort geimpft und dürfen bis 8. Mai in keine Kita“, so Metzler. Es müssten aber noch weitere Begleitpersonen des Kindes ermittelt und zum Impfstatus befragt werden.

Schüler und Lehrer auf Impfschutz untersucht

Noch am Montag verschickte die Schule einen Rundbrief an die Eltern mit Informationsmaterial des Gesundheitsamtes. Am Dienstag wurden die Impfbücher kontrolliert. Schüler und Lehrer der Waldorfschule sowie Kinder und Erzieher der angrenzenden Kita wurden auf Impfschutz untersucht. Beim Personal wurden Blutentnahmen durchgeführt, um nach Antikörpern gegen Masern zu suchen. „Am Mittwoch gab es Entwarnung, bei fast allen Mitarbeitern wurden Antikörper gefunden“, so Dörflinger. Lehrer und Schüler ohne Impfschutz und Antikörper dürfen erst am 8. Mai wieder in die Schule.

Insgesamt mussten 180 Schüler, 67 Kita-Kinder und 55 Angestellte untersucht werden. „Bei den Kita-Erziehern ist die Impfquote so hoch, dass der Betrieb ohne Unterbrechung weitergeführt werden konnte“, so Dörflinger. Erzieher würde wegen der höheren Ansteckungsgefahr bei Kleinkindern generell über einen besseren Impfschutz verfügen.

Zehn Prozent der Schüler ungeimpft

Da morgen ein Feiertag ist, fallen für die Schüler der Waldorfschule nur drei Unterrichtstage seit Dienstag aus. „Die können wir im laufenden Schuljahr problemlos wieder aufholen“, so der Geschäftsführer. Etwa zehn Prozent der Schüler besäßen keinen Impfschutz. Jedoch sei auch für sie der Schulausfall verkraftbar.

Kreissprecherin Andrea Metzler erinnert daran, dass nach einem Runderlass vom März dieses Jahres in Brandenburg auch Masernimpfungen für Menschen empfohlen werden, die vor 1970 geboren wurden. Zwar müssen sie die Impfung erst einmal bezahlen, bekommen das Geld aber später von der Krankenkasse zurückerstattet. In Berlin grassierte Anfang des Jahres eine Masernwelle.