Potsdam-Mittelmark : Linke plädieren für mehr Leben im Stadtzentrum

Neuer Teltower Ortsverband will an Zusammenarbeit mit den Bündnisgrünen festhalten

Ariane Lemme

Teltow - Die Teltower Linke will sich künftig noch stärker für eine lebenswerte Innenstadtgestaltung einsetzen. Das erklärte der neu gewählte Vorsitzende des Ortsvorstands, Reinhard Frank. Frank übernimmt den Posten von Steffen Heller, der bereits vor einem halben Jahr seinen Rücktritt angekündigt hatte. Als Grund hatte er damals Differenzen innerhalb der Teltower Linken angegeben, die allerdings nicht politischer Natur seien. Heller war zuvor ebenfalls von seinem Posten als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten (PNN berichteten).

Den Hauptschwerpunkt will Frank auf die Belebung der Altstadt legen. So sprach sich der 54-Jährige dafür aus, dass die Stadt das Diana-Kino kaufen solle. Ideen für eine vielfältige Nutzung hat er auch schon: Dort könnte unter anderem die aus allen Nähten platzende Jugendkunstschule neue Räume finden. Daneben will Frank den Umgang mit Migranten stärker in den Fokus rücken. Das Thema komme in Teltow noch zu kurz: „Niemand in der Stadt soll isoliert leben.“ Gerade die Osdorfer Straße sei ein Brennpunkt, auch wenn soziale Einrichtungen wie etwa die Mädchenzukunftswerkstatt auf diesem Gebiet gute Arbeit leisteten. Natürlich stehe auch die soziale Frage weiter im Mittelpunkt: „In Teltow gibt es noch immer Arbeitslose und Menschen in prekären Wohnsituationen.“

Am Herzen liege ihm der ökologische Umbau der Stadt, erklärte Frank. Auch deshalb soll an der Zusammenarbeit mit dem Fraktionspartner, den Teltower Grünen, vorerst nicht gerüttelt werden. „Die Themen alternative Energiegewinnung oder der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sind auch unsere“, betonte Frank. Für den Bau einer Straßenbahn bis nach Potsdam sieht er allerdings wenig Chancen. „In diesem Punk hat die Verwaltung einfach eine andere Haltung als wir“, bedauerte Frank.

Als erste strukturelle Neuerung wurde die Auflösung der vier Teltower Basisorganisationen beschlossen, künftig sollen sie zusammengehen. Strategisch werde man in Zukunft mehr auf Projektarbeit setzen, so Frank. „Unsere Veranstaltungen zum 1. Mai etwa sind eine gute Möglichkeit, Nicht-Parteimitglieder einzubeziehen.“ Um verstärkt Jugendliche anzusprechen, überlege man, auch virtuelle Kanäle wie Facebook oder Twitter zu nutzen. Dass das nötig sei, zeige die Altersstruktur der Fraktion. „Wir sind keine ganz taufrische Partei“, sagt Frank. Die 62 Mitglieder des Ortsverbandes könnten durchaus Unterstützung von Jüngeren gebrauchen. Ariane Lemme

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.