Potsdam-Mittelmark : Kulinarische Ambitionen in Philippsthal

Der bekannte Küchenchef Guido Kachel eröffnet heute in einem alten Kolonistenhaus des einstigen Spinnerdorfs sein eigenes Restaurant

Ute Kaupke

Nuthetal - Selbst bei den Gourmets der Bundes hauptstadt hat das Restaurant „Theodore F.“ in Gröben seit Jahren einen ausgezeichneten Ruf. Küchenchef Guido Kachel wird von renommierten Restaurantkritikern als ambitioniert und einfallsreich beschrieben. Jetzt hat er sich im Nuthetaler Ortsteil Philippsthal ein weiteres Standbein geschaffen. Nach einem Probelauf eröffnet er heute in einem sorgfältig sanierten, denkmal geschützten Kolonistenhaus das Restaurant „Philippsthal“.

Es werde in seiner Philippsthaler Küche keine feste Linie geben, nicht die ausgesprochene „deutsche Küche“, kündigte er im Gespräch mit den PNN an. Warum nicht italienisch, französisch oder auch asiatisch? Nahezu alles sei möglich, nur frisch müsse es sein. So steht auf der aktuellen Karte neben Gefülltem Täubchen mit Topinamburpüree und Spitzkohl auch ganz einfach Topfwurst mit Sauerkraut. Im transparenten, offenen Küchentrakt sollen möglichst viele Produkte aus der Region verarbeitet werden. Im Angebot ist auch die klassische „Potsdamer Stange“, ein frisches, spritziges Bio-Bier aus der Potsdamer Braumanufaktur im Forsthaus Templin. Im kommenden Herbst soll dort exklusiv ein Kürbisbier eingebraut werden, denn Philippsthal ist seit jeher als „Kürbisdorf“ bekannt.

Nach vierjährigem Leerstand hatte Guido Kachel im Jahr 2007 die ehemalige Philippsthaler „Knappenschänke“ gekauft (PNN berichteten). Hier soll sich sein Traum von einem eigenen Lokal mit Hof und Scheunengarten erfüllen. Einige Abstriche mussten mit Rücksicht auf den Denkmalschutz schon gemacht werden. „Aber ich bin mit dem Gesamtbild sehr zufrieden. Es ist so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe" so Kachel. Noch sei jedoch nicht alles perfekt. Nun gehe es um Feinheiten bei der Raumgestaltung und um einen schmiedeeisernen Zaun, der noch vor das Haus gesetzt werden soll.

Das Gehöft des Restaurants „Philippsthal“ gilt als Zeugnis einer zweiten Generation von Kolonistenhäusern des 19. Jahrhunderts. Ursprünglich als Spinner kolonie 1754 gegründet, setzte sich mit dem Niedergang dieses Gewerbes stärker landwirtschaftlich geprägte Bebauung durch. Das zentral gelegene Gehöft gilt als schützenswert, weil es prägend für das dörfliche Erscheinungsbild von Philippsthal ist. So wurden jetzt auch der Rauchfang der ehemaligen „schwarzen Küche“ freigelegt und der mittige Hauszugang wieder original hergerichtet. Die Decke ist nach oben offen gestaltet. Auch eine Wohnung ist im Haus entstanden.

Während im Restaurant Küche mit gehobenerem Niveau geboten werden soll, könnte es in dem noch auszubauenden Scheunentrakt später auch einfachere Hausmannskost geben, plant Kachel. Auf dem Hof will er zudem einen ortstypischen Maulbeerbaum pflanzen, in dessen Schatten es sich im Sommer gut sitzen lassen wird. Auch Tiere soll es später auf dem Hof geben. Geplant ist in diesem Jahr bereits eine Silvesterfeier mit Tanz, Buffet und einem kleinen Lagerfeuer. Das Restaurant „Theodore F.“ in Gröben will Kachel als Pächter parallel fortführen.Ute Kaupke

Weitere Infos im Internet unter www.Restaurant-Philippsthal.de