Kostenexplosion in Teltow : Keine weitere Aufarbeitung zum Teltower Hafen

Die Mehrheit der Stadtverordneten stimmt gegen die Einrichtung eines neuen Hafenausschusses, mit dessen Hilfe die CDU das Projekt weiterhin kritisch begleiten wollte.

Party zur Eröffnung des Teltower Stadthafens.
Party zur Eröffnung des Teltower Stadthafens.Foto: Manfred Thomas

Teltow - Da der Teltower Hafen noch nicht fertig ist, forderte die CDU am Mittwochabend in der Stadtverordnetenversammlung erneut einen Hafenausschuss zu bilden. Dadurch würden auch die anderen Fachausschüsse entlastet, da die Themen rund um den Hafen nur in diesem Gremium diskutiert würden, so die Begründung. Ein weiteres Ziel der CDU: Sie wollte eine Auflistung des gesamten Projektverlaufs aufstellen, inklusive der Kostenexplosionen, "in der Hoffnung", dass auch die Öffentlichkeit dazu noch etwas erfahren wird, sagte CDU-Fraktionschef Ronny Bereczki. Ein umfangreiches Gutachten, dass sich mit der Kostenexplosion befasste und deutliche Fehler bei der Verwaltung, aber auch den Planern und beauftragten Firmen feststellte, ist aus Datenschutzgründen noch immer unter Verschluss. Nur die Mitglieder des ehemaligen Hafenausschusses hatten Einsicht in das Gutachten, mussten aber unter Androhung hoher Strafen versichern, die Informationen für sich zu behalten. 

Auch wolle die CDU mit der Begleitung des Projekts durch den Ausschuss verhindern, dass es zu weiteren Kostensteigerungen kommt. Der Vorschlag wurde mit den Stimmen von SPD, Linke, Grüne abgelehnt. 

Stadt sucht noch immer nach Investor für Gastronomie

Wie berichtet ist ein Großteil des Hafens bereits fertiggestellt, jedoch sucht die Stadt noch immer nach einem Investor für das Hafengebäude, das als Gastronomie genutzt werden soll. Auf bereits mehrmalige Ausschreibungen hat sich bisher kein Interessent gemeldet. In der Branche heißt es, dass die von der Stadt angebotene Fläche zu klein sei, um das Projekt wirtschaftlich zu betreiben. Vor wenigen Wochen hat die Stadtspitze deshalb mit Investoren Gespräche geführt, geplant ist jetzt wie berichtet eine freihändige Vergabe mit überarbeiteten Ausschreibungskriterien. 

Unklar ist auch, ob damit auf die Stadt weitere Kosten zukommen und ob sich die weitere Verzögerung des geplanten Baus negativ auf die Fördermittelvergabe auswirken könnte. Die Investitionsbank des Landes (ILB) fördert die Marina wie berichtet mit einer knappen Million Euro.

Am Mittwochabend wurde von der CDU indes ein weiterer Antrag zum Hafen angenommen: Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob kurzfristig Liegestühle und Bänke auf dem Hafenareal aufgestellt werden können. Geprüft werden soll auch, ob man auch eigene Sitzgelegenheiten mitbringen kann, um laut CDU-Antrag „den Hafen und den Sonnenuntergang“ zu genießen.