Kommentar : Eine Chance für den Fläming

Eine Reaktivierung der Strecke zwischen Treuenbrietzen, Bad Belzig und Brandenburg sollte eingehend geprüft werden, meint unser Autor. 

Redakteur Enrico Bellin. 
Redakteur Enrico Bellin. Foto: Sebastian Gabsch

Bad Belzig/Potsdam - Auf den ersten Blick mag die Forderung von Christian Görke zur Reaktivierung der Bahnstrecken rund um Bad Belzig überzogen erscheinen: Ein mehrstelliger Millionenbetrag wäre nötig, um die insgesamt gut 55 Kilometer lange Bahnstrecke von Treuenbrietzen über Bad Belzig nach Brandenburg nach heutigem Standard wieder fit zu machen. Und das, obwohl Niemegk mit seinen gut 2000 Einwohnern und das zwischen der Kreisstadt und Kloster Lehnin gelegene Golzow, in dem rund 1300 Menschen leben, die größten Kommunen entlang der Strecke sind. Doch wäre diese Reaktivierung eine Chance für die Entwicklung des Flämings: Städte wie Niemegk konnten bisher nicht vom Bevölkerungswachstum im Berliner Umland profitieren, da die Anbindung an die Bundeshauptstadt zu wünschen übrig lässt. 

Am Bahnhof Bad Belzig, liegen rechts noch die Gleise der früheren Städtebahn. 
Am Bahnhof Bad Belzig, liegen rechts noch die Gleise der früheren Städtebahn. Foto: Enrico Bellin

Bei einer Reaktivierung der Bahn und einem mindestens stündlichen Angebot könnte sich das ändern: Züge würden von Niemegk über Treuenbrietzen, Beelitz und Michendorf gut eine Stunde nach Berlin brauchen. Für Pendler ist das durchaus akzeptabel. Und auch die vielen kleineren Orte an der Strecke, an denen das Wachstum bisher vorbeiging, könnten profizieren, der Siedlungsdruck auf die Region innerhalb des Autobahnringes sinken. Eine Reaktivierung der Strecken sollte deshalb zumindest eingehend geprüft werden.

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