Klimaschutz in Kleinmachnow : Eine Arbeitsgruppe fordert den Klimanotstand

Die Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz der Lokalen Agenda 21 Kleinmachnow appelliert an Bürgermeister Michael Grubert.

Foto: Manfred Thomas

Kleinmachnow - In der Gemeinde Kleinmachnow soll der Klimanotstand ausgerufen werden. Das fordert die Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz der Lokalen Agenda 21 Kleinmachnow in einem öffentlichen Aufruf an Bürgermeister Michael Grubert (SPD) und die neugewählte Gemeindevertretung.

Entscheidungen müssen geprüft werden

Die Gemeinde soll damit dem Vorbild anderer Kommunen, wie etwa Konstanz folgen. Mit dem Klimanotstand sollen sämtliche Entscheidungen der Gemeinde etwa im Bereich der Bautätigkeiten, Verkehr, Strom, Wärme und Kälte, in der Zukunft auf ihre Verträglichkeit mit dem Klima geprüft werden.

Dabei verweist die Arbeitsgruppe darauf, was sich Kleinmachnow und der Kreis bereits auf die Fahnen geschrieben haben: den Beitritt zum Klimabündnis, zum Klimaschutzprogramm, das die Gemeinde 2011 beschlossen hatte, sowie das integrierte Klimaschutzkonzept des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

Als Begründung für die Ausrufung nannte die AG um Julian Affeldt die dringend nötige weltweite Reduzierung der Emissionen, um massiven Auswirkungen auf die Ökosysteme der Erde und damit auf die Lebensbedingungen der Menschen, Tiere und Pflanzen einzugrenzen beziehungsweise zu vermeiden.

Viele Maßnahmen wurden noch nicht umgesetzt

„Jede Gemeinde muss ihren Beitrag zu einer schnellen Reduzierung der klimawirksamen Emissionen auf ihrem Gemeindegebiet leisten“, so die AG. Die Gruppe kritisiert, dass die Gemeinde trotz des eingegangenen Klimabündnisses und seines Klimaschutzkonzepts zu wenig getan habe.

So seien etwa zahlreiche Maßnahmen des Klimaschutzkonzepts nach fast 10 Jahren nicht begonnen oder nur teilweise umgesetzt worden, so die AG. Die Gruppe fordert in dem Zusammenhang auch Vorsorge- und Anpassungsmaßnahmen an Wetterextreme, wie etwa verstärkte Hitzewellen oder Starkregen.

Kleinmachnow steht nicht allein da

Wie berichtet hatten auch in Potsdam die Grünen-Fraktion und die alternative Wählergruppe Die Andere die Ausrufung des Klimanotstandes gefordert. Die Andere hat einen entsprechende Antrag für die Stadtverordnetenversammlung vorbereitet. In Stahnsdorf wollen ebenfalls die Grünen den Klimanotstand in ihre Gemeinde erklären.