Klimafreundliches Kleinmachnow : Vorfahrt für Radfahrer

Was Kleinmachnow Radfahrern und Spaziergängern künftig mehr bieten will und was das Kommunalparlament abgelehnt hat. Die Gemeindevertretersitzung im Überblick. 

Die Grünen fordern einen sicheren Schulweg im Weinbergviertel. 
Die Grünen fordern einen sicheren Schulweg im Weinbergviertel. Foto: Manfred Thomas

Kleinmachnow - Mit einer Gedenkminute an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau begann am Donnerstagabend die Gemeindevertretersitzung in Kleinmachnow. Die PNN geben einen Überblick über Entscheidungen und Anträge. 

Aufs Rad gesetzt

Ein weiterer Abschnitt des Uferwegs Teltowkanalaue soll bis zum Sommer fertiggestellt werden. Dafür soll die Allee zum Forsthaus vom Stahnsdorfer Damm bis zum Alten Dorf auf einer Länge von rund 600 Metern als Rad- und Fußweg ausgebaut werden. Bisher kommt man dort nur auf holprigem Pflaster vorwärts, geplant ist der Bau einer drei Meter breiten asphaltierten Fahrbahn. Die Gemeinde geht bisher davon aus, dass auch nach den Umbauarbeiten die Allee am Forsthaus dauerhaft für den Autoverkehr gesperrt bleibt. Rund 350 000 Euro soll der Ausbau kosten, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes über deren Grundstücke der Uferweg teilweise führt, will die Hälfte der Kosten übernehmen. Ein weiteres Projekt: Um von Kleinmachnow aus künftig auch schneller die Nachbarkommunen zu erreichen, soll Bürgermeister Michael Grubert (SPD) auf Antrag der SPD/Linke/PRO jetzt auch mögliche Trassen für Radschnellwege prüfen lassen. 

Kein Haus für Geflüchtete 

Mehrheitlich abgelehnt wurde ein Antrag der Fraktion Bürger für gute Lebensqualität in Kleinmachnow (BIK) zur Unterbringung von Geflüchteten in Kleinmachnow. Die BIK wollte, dass Kleinmachnow ein bebautes oder unbebautes Grundstück im Eigentum der Gemeinde oder ihrer Gesellschaften dem Kreis zum Kauf anbietet. In Teltow und Stahnsdorf würden Geflüchtete seit Jahren untergebracht, Kleinmachnow solle sich nun auch aufgeschlossen zeigen, so die BIK. 

Sorge vor Schadstoffen 

Wie hoch ist die Schadstoffbelastung für die Sportler auf dem neuen Fußballplatz nahe der Autobahn? Das hat sich ebenfalls die Fraktion BIK gefragt und befunden, dass sie wohl hoch sein müsste. Um Gesundheitsfolgen vor allem für junge Sportler auszuschließen, sollte die Gemeinde ihren neuen Sportplatz „schnellstmöglich mit Vorrichtungen zur Echtzeit-Luftschadstoffmessung ausstatten“. Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. 

Skepsis an neuem Garten 

Ein weiterer Antrag der BIK sah vor, dass der geplante Umbau des Gartens im Alten Dorf nicht weiter verfolgt werden soll. Die Grünfläche direkt am neuen Gemeindehaus sei bereits „in einem befriedigenden Zustand“, heißt es in dem Antrag. Ein eigenständiger Park, wie geplant, würde laut BIK nur hohe Kosten verursachen und die Fläche vom Landschaftsschutzgebiet abgrenzen. Eine Entscheidung zu dem Antrag fiel am Donnerstagabend nicht, das Thema soll im Umweltausschuss beraten werden. 

Sicherer Schulweg

Die Fraktion der Grünen will von der Verwaltung ein Konzept für einen sicheren Schulweg im Weinbergviertel erarbeiten lassen. In dem Viertel befinden sich mehrere Schulen: Kreismusikschule, Gymnasium Am Weinberg, evangelischer Hoffbauer-Campus mit Grundschule, Gesamtschule und Gymnasium. Da zwischen Friedensbrücke und Schwarzer Weg täglich mehr als tausend Schüler mit dem Rad unterwegs sind, müsse dieser Bereich besser abgesichert werden, so die Forderung. Auch dazu gab es keine Entscheidung, das Thema soll in den Fachausschüssen beraten werden. Zudem kündigte die Verwaltung an, dass die Schulwegsicherung in diesem Bereich eingebettet sei in ein Gesamtkonzept sicherer Schulwege, das derzeit für das gesamte Gemeindegebiet erarbeitet wird. 

Rast am Wegesrand

Es soll gemütlicher werden in Kleinmachnow. Das zumindest sieht der gemeinsame Antrag von SPD/Linke/PRO und CDU zum Aufstellen von 15 Sitzbänken in Kleinmachnow vor. Wo genau die Bänke hinkommen, soll zusammen mit den Kleinmachnowern, den Vereinen und Fraktionen bestimmt werden. Dem Antrag wurde zugestimmt, damit bekommt das Kleinmachnower Sitzbankkataster nun ein paar Einträge mehr. 

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