Kleinmachnower Holzbildhauer verstorben : Trauer um Hermann Lohrisch

Henry Klix

Kleinmachnow - 55 Jahre lebte der Künstler Hermann Lohrisch in Kleinmachnow. Als Holzbildhauer, der vor allem im kirchlichen Raum Akzente setzte, erwarb er sich über die Grenzen des Ortes hinaus einen großen Namen. Am 15. August – kurz vor seinem 93. Geburtstag – ist er in einer Zehlendorfer Pflegeeinrichtung verstorben.

Der gebürtige Chemnitzer hatte seine Ausbildung als 14-Jähriger in der staatlichen Fachschule für Holzschnitzerei in Oberammergau begonnen, studierte danach an der Meisterschule des gestaltenden Handwerks in Dresden. Als freischaffender Bildhauer und Restaurator zog er 1946 in die Augustusburg bei Chemnitz. 1958 zog er nach Kleinmachnow und fand in der Denkmalpflege neue Aufgaben. Zudem arbeitete er 16 Jahre lang als Restaurator für das Märkische Museum in Berlin. Aufträge der kirchlichen Bauämter und des Konsistoriums Berlin-Brandenburg ermöglichten ihm auch die freie, künstlerische Arbeit.

Werke Hermann Lohrischs finden sich heute in verschiedenen Kirchen Brandenburgs. Drei seiner Holzskulpturen können in der Kleinmachnower Dorfkirche bewundert werden, drei Werke seiner zeichnerischen Schaffenskunst sind im Rathaus ausgestellt.

Noch bis vor zwei Jahren lebte Hermann Lohrisch in seinem Kleinmachnower Haus in der Geschwister-Scholl-Allee, bis er in eine Pflegeeinrichtung umziehen musste, doch blieb er auch dort umsorgt von Freunden, die ihm stets so wichtig waren. Am Samstag schlief er im „Haus König“ nach einem langen und erfüllten Leben friedlich ein. „Mit großer Trauer gedenkt die Gemeinde eines Mannes, der mit seinem künstlerischen Schaffen eine bleibende Erinnerung nicht nur in Kleinmachnow hinterlässt“, so Rathaussprecherin Martina Bellack.

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