Kleinmachnow : Volkshochschule auf Verjüngungskurs

Bildungseinrichtung des Kreises startet mit neuem Programm und hofft auf Zuwachs bei jungen Leuten.

Foto: Solveig Schuster

Kleinmachnow - Die Werbetrommel ist ausgepackt und wird schon kräftig geschlagen. Mit markigen Sprüchen, zwei neuen Videoclips und einem mobilen Infostand macht die unter anderem in Kleinmachnow ansässige Kreisvolkshochschule derzeit auf ihre neuen Kurse aufmerksam, die im September starten.

Zugleich erhofft sich die überwiegend von Berufstätigen aufgesuchte Bildungseinrichtung ein noch breiteres Publikum. „Wir möchten, dass Jung und Alt uns und unsere Standorte als Orte der Begegnung, des Lernens, des Dialogs und des Genusses kennenlernen“, erklärt Leiterin Indra Kühlcke. So seien zwar Kurse wie Tai-Chi und Pilates sowie generell Gesundheitsangebote durchweg gut gefragt und für das neue Semester weitestgehend ausgebucht. Doch gerade bei dem Versuch, junge Leute für die Angebote der Schule zu begeistern, habe sich in den vergangenen Jahren „noch nicht so viel bewegt“, sagt die 42-Jährige. Auch gut qualifizierte junge Menschen würden in der vom Kreis und dem Land geförderten Einrichtung Kurse finden, die in Schulen und Universitäten nicht anzutreffen sind, meint Kühlcke. Sie verweist etwa auf das Angebot im kreativen Bereich, das auch im neuen Semesterprogramm großen Raum erhalte - von der Aquarellmalerei über eine Glasfusing-Werkstatt, bei der verschiedenfarbiges Glas zu individuellen Formen verschmolzen werden kann, bis hin zum Buchbinden.

Gut angenommen werde auch der im vergangenen Semester neu aufgenommene Kurs Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen, der deshalb weiterhin angeboten wird. Neu ist ein Yoga-Kurs für werdende Mütter. Mit Bierbrau- und Imkerkursen gibt es zudem im neuen Semester wieder Angebote, die man so nicht in einer Kreisvolkshochschule erwartet, meint Kühlcke. Diese Kurse seien aber ebenfalls sehr gefragt. Weiter im Angebot bleibt zudem eine Vielzahl von Sprachkursen, etwa für Geflüchtete oder in der Flüchtlingshilfe tätige Menschen.

Auch zu ernsteren Themen gibt es Kursangebote: So können Menschen, die Lehrgänge zur Trauerbewältigung oder Sterbebegleitung anbieten wollen, dies an der Kreisvolkshochschule lernen.

In Kooperation mit dem Heimatverein ist eine Vortragsreihe „Das oberirdische Kleinmachnow“ entstanden. Darin sollen unter anderem die Geschichte der Straßenmöbel wie Laternen, Litfaßsäulen und Briefkästen in der Gemeinde erzählt werde. Im kommenden Jahr gehe es dann unter die Erde, verrät die Volkshochschulleiterin.


Neben Computer- und Smartphone-Kursen, die teilweise speziell für Senioren angeboten werden, gibt es auch die Möglichkeit, vom heimischen Sofa aus zu lernen. In Webinaren bietet die Volkshochschule kaufmännische Abschlüsse an. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Böblingen-Sindelfingen gibt es zudem Online-Vorträge zur Verbraucherbildung sowie der Digitalisierung und dem Datenschutz. Diese Angebote sind gratis.

Nach eigenen Angaben biete die Kreisvolkshochschule jährlich mehr als 500 Veranstaltungen an und sei bei gut 5000 Teilnehmenden der größte Dienstleister für lebenslanges Lernen in Potsdam- Mittelmark. Die rund 11 000 Unterrichtsstunden werden von etwa 120 Lehrkräften gegeben. Neben den Geschäftsstellen in Bad Belzig, Kleinmachnow und Werder (Havel) sei die Schule an 30 Standorten präsent. Insbesondere für den Raum Kleinmachnow sieht Indra Kühlcke, die gelernte Erziehungswissenschaftlerin ist, aber noch Verbesserungsbedarf.

Nach dem gescheiterten Bemühen um die alte Fabrikantenvilla in der Ruhlsdorfer Straße in Stahnsdorf als neuem Standort sei ein eigener Ort für die Schule weiter ein Ziel der nächsten zwei bis drei Jahre. Derzeit nutzt der Bildungsanbieter Räume in der Kreismusikschule Am Weinberg in Kleinmachnow, aber auch in der Maxim-Gorki-Gesamtschule, der Biomalz-Fabrik oder dem Stahnsdorfer Club an der Bäke. Mittelfristig soll das Angebot aber an einem Ort zusammengeführt werden.