Kleinmachnow : Mit neuem Fotogeschäft auf eigenen Füßen

Der bekannte Wendezeit-Fotograf Bernd Blumrich und sein Sohn Thomas gehen getrennte Wege.

Passend gemacht. Blumrich baut für jedes Bild den perfekten Rahmen.
Passend gemacht. Blumrich baut für jedes Bild den perfekten Rahmen.Foto: Andreas Klaer

Kleinmachnow - Ein älteres Paar betritt das Atelier. „Wir brauchen ein paar Bilder“, sagt der Mann und dreht sich hilfesuchend zu seiner Frau um. Auch die zögert. „Na für..., na wenn wa sterben“, erklärt er dann. Es gibt Dinge, die auch einen gestandenen Fotografen wie Thomas Blumrich noch überraschen. „Erstaunlich, worüber sich die Leute alles Gedanken machen“, sagt er.

Mehr als 20 Jahre stand der 43-Jährige seinem Vater, Bernd Blumrich, zur Seite, der vor allem durch seine zur Wendezeit entstandenen Fotografien bekannt geworden ist. Nun trat Thomas Blumrich aus dem Schatten des Vaters und eröffnete am Kleinmachnower Rathausmarkt sein eigenes Geschäft. Das Ende des seit 1993 im Kleinmachnower Fuchsbau etablierten Familienunternehmens ist das aber nicht. Während der gelernte Dokumentarist Bernd Blumrich (68) sich wieder verstärkt seinem ursprünglichen Metier und der Veranstaltungsfotografie widmen will, übernimmt Sohn Thomas das Tagesgeschäft. Neben der Pass- und Bewerbungsfotografie bietet er den Druck hochwertiger Bilder an und fertigt dazu passende Rahmen. Das Ladenlokal sei ein Glücksfall, die Trennung ideal, sagt er.

Die Geschäftsfläche am Rathaus sei doppelt so groß wie im elterlichen Atelier. Neben den mehr als 1000 Musterwinkeln, die er neben dem Verkaufstresen an die Wand gebracht hat, will der Rahmenbauer dort seinen Kunden auch sein Handwerk präsentieren. Sie sollen ihm dabei zusehen können, wie er sägt, leimt und klammert und aus den im Laden angebotenen Winkeln und Leisten selbstgefertigte Bilderrahmen entstehen. „Schon im Fuchsbau konnte man vom Schaufenster in den Arbeitsraum sehen“, erklärt er. „So wird auch bewusst, welche Arbeit in solch einem Rahmen steckt“, sagt Blumrich.

Wenn es die Zeit zulässt, erledige er kleinere Aufträge sofort. In der Regel dauert es aber etwa fünf bis sieben Tage, bis das ausgewählte Bild neu gerahmt mit nach Hause genommen werden kann. Bei Sonderanfertigungen können sogar mehrere Monate vergehen, sagt er.

„Die Leute kommen mit tollen Fotos, wissen dann aber oft nicht, wie weiter“, erzählt der gelernte Feinblechner. Blumrich hilft, neben dem passenden Rahmen auch das Papier für den Druck der Bilder auszuwählen. Von Acryl bis Leinen oder einfaches Fotopapier hat er alles da. Ein neuer Trend sei es, das Bild direkt auf die Wand zu bringen, erklärt er. War früher ein Bild mit Maßen von 60 mal 90 Zentimetern schon riesig, sind heute Bilder von mindestens einem Meter mal 1,50 Meter gefragt. Der am häufigsten gezahlte Preis für einen Standardrahmen liege derzeit bei etwa 80 Euro. Aber auch 2500 Euro pro laufendem Meter wurden bei Blumrichs für ein besonders ausgefallenes und hochwertiges Exemplar schon gezahlt, so der Fachmann. Vor allem entspiegeltes Museumsglas, das zudem das Bild vor UV-Strahlen schützt, ließe den Preis steigen, sagt er.

Wer über kein eigenes Bildmotiv verfügt, könne sich aus einer Auswahl der von ihm gefertigten Fotografien bedienen, erklärt Thomas Blumrich. Ein Spezialgebiet wie sein Vater hat er dabei nicht, viele seiner Bilder seien aber Landschafts- und Stadtfotografien, erzählt er.

Einige seiner Fotos hat er auf Postkarten gedruckt, die er neben kleineren Präsenten verkauft. In Kürze will er seinen Kunden noch einen Katalog anbieten, in dem sie blättern und Bildmotive aussuchen können, sagt er. Auch sein Vater hat sein mehrere Tausend Bilder umfassendes Archiv zur Verfügung gestellt. Ein entsprechender Katalog befinde sich ebenfalls bereits im Druck, so der Fotograf. 

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