Potsdam-Mittelmark : Klarer Blick für Diabetiker

Innovationspreis der IHK für Diagnoseverfahren der Teltower OD-OS GmbH

Tobias ReicheltD
Cordula Friesecke, Ben Liesfeld, Itha Bonitz und Winfried Teiwes nahmen den Preis am Mittwochabend für OD-OS entgegen.
Cordula Friesecke, Ben Liesfeld, Itha Bonitz und Winfried Teiwes nahmen den Preis am Mittwochabend für OD-OS entgegen.Foto: A.Klaer

Teltow - Bilder verschwimmen, Buchstaben und Zahlen sind kaum noch zu lesen. Es ist eine Gefahr, mit der derzeit knapp acht Millionen Diabetiker in Deutschland zu kämpfen haben: Ihre Krankheit kann zum Erblinden führen. Die sogenannte „Retinopathia diabetica“ ist eine der häufigsten Augenerkrankungen bei Diabetikern. Hilfe verspricht jetzt ein Unternehmen aus Teltow. Die OD-OS GmbH hat ein neues Diagnose- und Therapieverfahren für derartige Netzhauterkrankungen entwickelt. Am Dienstagabend gewannen die Teltower dafür den Unternehmenspreis 2009 der IHK Potsdam in der Kategorie „Innovation“.

Weltweit seien rund sechs Prozent aller Menschen an Diabetes mellitus erkrankt, sagte Hans Knubben, Marketingchef des Unternehmens, gestern gegenüber den PNN. „Genau deshalb ist unsere Technik eine riesige Innovation“, so Knubben. Mediziner weltweit seien auf die neue Technik gespannt. „Seit 1938 hat es in der Behandlung der Retinopathia diabetica kaum einen nennenswerten technischen Fortschritt gegeben.“ Schon damals konnten die anschwellenden Blutgefäße in den Augen der Diabetiker mit Hilfe von Lasertechnik behandelt werden. „Für den Mediziner war das immer wie der Blick durch ein Schlüsselloch“, erklärt Knubben.

Mit Hilfe der Teltower Technik werde jetzt der gesamte Blick auf die Netzhaut frei. Absolut zielsicher könne der Mediziner die betroffenen Stellen diagnostizieren und mit Laser behandeln. „Das ist ein sehr großer Fortschritt“, so Knubben. Mithilfe eines hochauflösenden Bildes der Netzhaut auf einem Monitor kann der Arzt die betroffenen Gefäße am Computer markieren. Die Laser-Behandlung selbst sei vollautomatisiert. „Die Ärzte stehen bei uns Schlange“, sagte Knubben.

Die Fachleute gehen davon aus, dass rund zwei Prozent aller Menschen, die mehr als 15 Jahre mit Diabetes leben, erblinden und zehn Prozent eine schwerwiegende Sehbehinderung bekommen. Noch in diesem Jahr soll die Technik aus der Teltower Wartestraße mit dem Namen „Retina Navigation“ auf den Markt kommen. Auch in den USA sollen die Geräte verkauft werden. In Texas befindet sich ein zweiter Firmensitz.

Die OD-OS GmbH gibt es seit Anfang 2008. Die Firma ist ein Tochterunternehmen der schon länger in Teltow ansässigen SensoMotoric Instruments GmbH. Deren Mitarbeiter hätten die Grundlagen zur Technik entwickelt, erklärte Knubben. „Die Technologie stammt allein aus Teltow, niemand anderes hat solche Technik“, erklärte er stolz. Tobias Reichelt

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