Potsdam-Mittelmark : Kirche gibt kein Land für Windpark

Gemeindekirchenrat in Bliesendorf verweigert Verpachtung an Prokon

Werder (Havel) - Denkwürdiges Zeichen des Gemeindekirchenrates Bliesendorf: Die Kirchengemeinde wird für den geplanten Windpark keine Waldflächen zur Verfügung stellen. Etwa 50 Hektar Wald im Windeignungsgebiet „Bliesendorfer Heide“ würden der Kirche gehören, wie es gestern aus dem Gemeindekirchenrat hieß. Sie wären der Standort für drei bis vier Windräder. Der Windkraftbetreiber Prokon aus Itzehoe hätte sich auch um weiteres Kirchenland am Rand des Windeignungsgebietes bemüht.

Der Beschluss gegen die Verpachtung fiel mehrheitlich. Dabei habe man besonders das Schicksal der Waldenklave Resau im Blick gehabt. Deren Bewohner würden von den Windrädern in 600 Metern Abstand eingekesselt werden. Auch andere Waldbesitzer wollen nicht verpachten. Prokon hatte zuletzt erklärt, dass die Standortsicherung „weitläufig abgeschlossen“ sei.

Der Windpark im Wald soll 940 Hektar groß werden, nach Vorstellungen der Regionalplanung Havelland-Fläming könnten dort 45 bis zu 200 Meter hohe Windräder aufgestellt werden. Eine Bliesendorfer Bürgerinitiative, die gegen die Pläne kämpft, hat Unterstützung aus der Stadtverordnetenversammlung in Werder.

So hat der Hauptausschuss am Donnerstagabend die Kosten einer Artenschutzuntersuchung für die Bliesendorfer Heide bewilligt. Dafür werden nicht, wie anfangs angenommen, 10 000, sondern 50 000 Euro benötigt. Wenn schon nicht durch Menschen, so hoffe man, den Windpark durch geschützte Tiere zu verhindern, wie es hieß. Außerdem wurde mehrheitlich eine von CDU-Fraktionschef Hermann Bobka und Baldur Martin (Freie Bürger) formulierte Petition an Bundes- und Landtagsabgeordnete befürwortet, in der eine rechtliche Prüfung des Verfahrens gefordert wird, mit dem die Regionalplanung die Windeignungsgebiete festlegt. Vor allem die Verletzung der kommunalen Planungshoheit wird angeprangert.

Eine Gegenstimme kam von den Linken: Links-Fraktionschefin Renate Vehlow hielt entgegen, dass die Stadtverwaltung in der Regionalversammlung, dem wichtigsten Gremium der Regionalplanung, ja vertreten sei. „Damit ist die kommunale Planungshoheit gewahrt.“ Wie aus Werder in der Regionalversammlung argumentiert wurde, habe sie bislang im Rathaus nichts in Erfahrung bringen können.hkx

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