Kiefernschädlinge bei Beelitz : Geringer Kahlfraß durch die Nonne

Der prognostizierte Schaden in den Kiefernwäldern rund um Beelitz durch den Schädling Nonne ist bisher nur gering ausgefallen - auch ohne Insektizid "Karate Forst".

Die Nonnenraupen setzen Kiefernwäldern zu.
Die Nonnenraupen setzen Kiefernwäldern zu.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Beelitz -  Aufatmen in den Waldgemeinden rund um Beelitz: Der Kampf der Anwohner und des Naturschutzbundes gegen das Besprühen des mit dem Nonnenfalter befallenen Waldes hat sich gelohnt. Auch ohne das Insektizid "Karate Forst" ist der Schaden laut zuständigem Ministerium bisher gering ausgefallen. 

Fraßschäden von bis zu 30 Prozent

"In den Kiefernbeständen, die nicht behandelt wurden, sind Nadelverluste durch den Fraß zwischen 10 und 30 Prozent zu verzeichnen", heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Günter Baaske (SPD). Durch die Witterungsextreme von April bis Juli (kalte Tage im Mai, Hitze im Juni und Starkregen) sei die Entwicklung der Nonnenaupen und damit das Fraßgeschehen lokal sehr unterschiedlich ausgefallen. Kleinflächig, insbesondere in der Naturverjüngung, sei auch Kahlfraß festgestellt worden, heißt es in der Antwort weiter. 

Für eine endgültige Entwarnung ist es aber offenbar noch zu früh: Erst nach der Auswertung von Satellitendaten und dem Austrieb der Bäume im Mai 2020 könne eine genauere Prognose erstellt werden, betont die Landesregierung in ihrem Schreiben.

Schädlingsbekämpfung aus der Luft - hier ein Foto vom Mai 2019.
Schädlingsbekämpfung aus der Luft - hier ein Foto vom Mai 2019.Foto: Bernd Settnik/dpa

 

Nabu: Grundlos wurde Panik verbreitet

Für den Nabu, der den Giftsprüheinsatz aus der Luft vor wenigen Monaten verhindert hat, ist das dennoch kein Grund zum Jubeln: Zwar behielten die Naturschützer Recht, in dem sie den Einsatz als überzogen bewerteten. Doch der Schaden auf den besprühten Flächen sei nun da. „Völlig grundlos wurde Panik verbreitet, um die Begiftung mit dem Totalinsektizid zu rechtfertigen. Jetzt muss man feststellen, dass die Ausbringung von Karate Forst flüssig unnötig war", so Friedhelm Schmitz-Jersch, NABU-Landesvorsitzender. Er sei erschüttert, dass derart leichtfertig der großflächige Einsatz des Totalinsektizids angeordnet wurde.