• Karsten Grunow legt alle Ämter nieder: Schwerer Schicksalsschlag für Caputher Fährmann

Karsten Grunow legt alle Ämter nieder : Schwerer Schicksalsschlag für Caputher Fährmann

Wegen schwerer gesundheitlicher Probleme ist Karsten Grunow nicht mehr Ortsvorsteher von Caputh. Auch seine Fähre steuern derzeit nur die Mitarbeiter.

Seit 22 Jahren ist Karten Grunow mit der "Tussy II" unterwegs, hier mit einem Bild der ersten Überfahrt.
Seit 22 Jahren ist Karten Grunow mit der "Tussy II" unterwegs, hier mit einem Bild der ersten Überfahrt.Foto: Andreas Klaer

Caputh - Der Caputher Fährmann und Lokalpolitiker Karsten Grunow (Unabhängige Bürger Schwielowsee) hat mit sofortige Wirkung alle Ämter niedergelegt. Auch die Fähre wird derzeit nur von seinen Mitarbeitern gesteuert. Wie Grunow den PNN sagte, hatte er im Urlaub Ende Februar plötzlich und unerwartet „schwere gesundheitliche Einschränkungen“ erlitten. Er sei derzeit auf dem Weg der Besserung, die Rehabilitationstherapie zur Hälfte abgeschlossen. Was genau er hatte, möchte Grunow nicht veröffentlicht wissen, sondern seinen Bekannten persönlich erzählen. „Ich rate jedem, seine Gesundheit regelmäßig kontrollieren zu lassen“, so der 51-Jährige. 

Er hatte bei der Wahl vier Mal so viele Stimmen

Seit 17 Jahren ist der in Caputh geborene Fährmann in der Lokalpolitik, war Gemeindevertreter und Ortsvorsteher. Über seinen Rückzug hatte zuerst die gemeindeeigene Zeitung „Der Havelbote“ berichtet. Bei den Kommunalwahlen 2019 war Grunow der Politiker mit den meisten Stimmen in Schwielowsee, bei der Wahl zum Ortsbeirat hatte er etwa vier Mal so viele Stimmen erhalten wie der Zweitplatzierte. 

Die Caputher Geschicke führt nun erst einmal Grunows Stellvertreter und Fraktionskollege Ronny Ufer, bis der Ortsbeirat sich erneut treffen und einen neuen Vorsitzenden wählen kann. Wann, ist derzeit aufgrund der Coronakrise noch fraglich, in Schwielowsee sind alle Sitzungen ausgesetzt. 

Fähre fährt nur einige Stunden am Tag

Für den Fährbetrieb hat Karsten Grunow sechs Mitarbeiter. Sie sichern derzeit einen Notbetrieb – vor allem, um das Krankheitsrisiko zu minimieren, wie Grunow sagte. Nicht alle Fährpassagiere würden den nötigen Abstand wahren. Die Fähre setzt derzeit unter der Woche von 6 bis 10 Uhr und 15 bis 19 Uhr über – für die Berufspendler. Samstags wird von 7 bis 11 Uhr gefahren, sonntags gar nicht. 

Grunow selbst will nun Prioritäten neu setzen, sich mehr um die Familie kümmern „und sich nicht mehr über jeden Sportbootfahrer ärgern, der über das gespannte Seil fährt“. Sollte im Sommer wieder das Fährfest stattfinden können, wolle er es weiter mitorganisieren. 

Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.