Kampf gegen Wildschweine : Stahnsdorfer SPD: Jäger haben zu wenig getan

Die Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow will über den neuen Pachtvertrag für den Jagdbezirk entscheiden. Die SPD übt scharfe Kritik an den bisherigen Jägern.

Vor kurzem hieß es erst: Wildschweine haben in Stahnsdorf die Macht übernommen.
Vor kurzem hieß es erst: Wildschweine haben in Stahnsdorf die Macht übernommen.Foto: Foto: Jan Woitas/dpa (Archiv)

Stahnsdorf - Die Stahnsdorfer SPD hat ihre Kritik an den Jagdpächtern der Region erneuert und die Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow aufgefordert, den Pachtvertrag für das Jagdgebiet mit den bisherigen Pächtern nicht zu verlängern. Der Vertrag endet am 31. März und soll in der Sitzung der Jagdgenossenschaft am Freitag neu vergeben werden. Nach Ansicht der Sozialdemokraten hätten die bisherigen Pächter zum Schutz der Stahnsdorfer vor den Wildschweinen noch zu wenig getan und ihre im Bundesjagdgesetz festgeschriebene Pflicht zur Hege nicht erfüllt. So seien in  der Vergangenheit  zu wenig Bachen geschossen worden.  

SPD: Es sei unverantwortlich, wenn der bisherige Vertrag verlängert wird

Wie sehr die Wildschweine mittlerweile die Macht im Ort übernommen hätten, sei durch diverse im Internet verbreitete Videos und ganz aktuell die durch ein Wildschwein verursachten Verwüstungen  in einem Stahnsdorfer Friseursalon  sichtbar geworden (PNN berichteten). Vor diesem Hintergrund sei es verantwortungslos, wenn die Jagdgenossenschaft den Pachtvertrag mit den bisherigen Pächtern schlicht verlängert, erklärte der Vorsitzende der Stahnsdorfer SPD, Heinrich Plückelmann. 

„Es ist kein Konzept erkennbar, wie die öffentliche Sicherheit und Ordnung in Stahnsdorf wiederhergestellt, vor allem Leib und Leben der Stahnsdorfer geschützt wird“, beklagt er. Zugleich kritisierte Plückelmann auch die Jagdgenossenschaft, die seiner Ansicht nach ebenfalls zu zurückhaltend agiere. „Wenn eine Jagdgenossenschaft angesichts der überbordenden Wildschweinpopulation keine Vorkehrungen trifft, auf das Jagdgeschehen Einfluss zu nehmen, verletzt sie die ihr auferlegten öffentlich-rechtliche Pflichten gegenüber den Einwohnern“, meint er. Es sei unabdingbar, dass der neue Pachtvertrag, der auf weitere neun Jahre geschlossen werden soll, Regelungen zur Durchsetzung der Hegepflicht als auch Kündigungsoptionen enthalte, so Plückelmann. 

Jäger spricht von Hexenjagd

Peter Hemmerden, seit neun Jahren einer der beiden Jagdpächter des Jagdbezirkes fühlt sich durch den Sozialdemokraten erheblich unter Druck gesetzt. Er sprach gegenüber den PNN von einer regelrechten Hexenjagd. Plückelmann habe sich in eine Idee verrannt, erklärte er.

Wie berichtet hatte es zuletzt unter anderem  Auseinandersetzungen um den mobilen Fallenfang gegeben, der nach Ansicht der Stahnsdorfer SPD eine besonders effektive Methode sei, um die Wildschweinpopulation zu reduzieren, bei Jägern aber umstritten ist. „Wir haben die ganzen Jahre eine hervorragende Arbeit geleistet“, betonte Peter Hemmerden. Die Forderung der SPD sei daher „ein starkes Stück“. 

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