Insolventes Resort Schwielowsee : Resort Schwielowsee: Verkauf bis Juli

Der Geschäftsbetrieb soll zunächst mit neuer Betriebsgesellschaft weiterlaufen. Für den Kauf des Luxus-Resorts Schwielowsee gibt es Interessenten aus dem In- und Ausland.

Henry Klix
Stabiler Rahmen. Eine neue Betriebsgesellschaft der Gläubiger soll das Resort und die etwa 100 Mitarbeiter vorerst übernehmen.
Stabiler Rahmen. Eine neue Betriebsgesellschaft der Gläubiger soll das Resort und die etwa 100 Mitarbeiter vorerst übernehmen.Foto: dpa

Werder (Havel) - Das insolvente Resort Schwielowsee soll bis Mitte kommenden Jahres einen neuen Eigentümer bekommen. Dieses Ziel nannte Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff am Montag gegenüber den PNN. Nachdem die Theodor Fontane Besitz- und Betriebsgesellschaft im Juli Insolvenz angemeldet hatte, ist gestern das Insolvenzverfahren durch das Potsdamer Amtsgericht eröffnet worden. Für den Kauf der Anlage gibt es Graf Brockdorff zufolge mehrere Interessenten.

„Das Resort Schwielowsee, das über 122 Doppelzimmer, 5 Suiten, 10 Ferienhäuser sowie Tagungsräumlichkeiten, Restaurants und 55 Bootsliegeplätze verfügt, wird im Insolvenzverfahren vollumfänglich durch die Geschäftsführung und mich gemeinsam fortgeführt“, sagte Graf Brockdorff. Standort und Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. „Parallel dazu wird der Verkauf des Resort Schwielowsee forciert.“

Gläubiger gründen Betriebsgesellschaft

Um den Geschäftsbetrieb weiter zu stabilisieren, wollen die Gläubiger jetzt eine neue Betriebsgesellschaft gründen, die per Pachtvertrag die geschäftlichen Aktivitäten der insolventen Theodor Fontane übernehmen soll. Das sei notwendig, um langfristig am Markt stabil agieren zu können. „Die Kunden wollen verlässliche Partner“, so Graf Brockdorff. Die neue Gesellschaft werde die Beschäftigungsverhältnisse der rund 100 Mitarbeiter Zug um Zug übernehmen. Sie seien am Montag in einer Betriebsversammlung darüber informiert worden. So werde für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter ein stabiler Rahmen geschaffen, der das operative Geschäft losgelöst vom laufenden Insolvenzverfahren sichert.

In Abstimmung mit der Hauptgläubigerbank – das ist die Deutschen Kreditbank – werde parallel der „ Investorenprozess“ durchgeführt, der gleich nach dem Insolvenzantrag auf den Weg gebracht wurde. Für die Investorensuche sei das Büro Ernst & Young Real Estate hinzugezogen worden, sagte der Sanierungsgeschäftsführer der Theodor Fontane, Burkhard Jung.

Kaufinteressenten aus dem In- und Ausland

„Ernst & Young verzeichnet bereits eine nennenswerte Zahl von ernsthaften Interessenten aus dem In- und Ausland, aus denen nun anhand sorgfältig festgelegter Kriterien ein kleinerer Kreis ausgewählt wird, um in vertiefende Verhandlungen einzutreten“, sagte Jung. Der Verkauf werde zügig, aber auch mit der gebotenen Sorgfalt vorangetrieben.

Allein bei der Deutschen Kreditbank hatte das Resort mit Stand 2014 Schulden von fast 30 Millionen Euro. Die Investitionsbank des Landes Brandenburg hat außerdem noch eine Rückforderung von Fördermitteln für den Resortbau in Höhe von mehr als neun Millionen Euro offen. Sie will im Gläubigerausschuss dazu beitragen, das Resort zu erhalten, sagte eine Sprecherin der Bank. Die Resort-Leitung hatte gegen die Rückforderung geklagt, der Fall liegt auf Eis. Henry Klix