Potsdam-Mittelmark : Hund im Wald bei Ferch ausgesetzt

Tierheim Verlorenwasser erstattete Strafanzeige / Heim immer stärker gefordert

Schwielowsee - Innerhalb kurzer Zeit ist das Tierheim Verlorenwasser wiederholt wegen eines ausgesetzten Hundes angerufen worden. Diesmal war der Fundort die Autobahnabfahrt Ferch. Der Fall von Momo, wie der Hund von den Tierheimmitarbeitern genannt wurde, ist besonders dramatisch: Momo wurde abseits der Straße tief im Wald angebunden, sagte Tierheimleiter Wolfgang Aland gegenüber den PNN. „Dort hat er vermutlich schon mehrere Tage zugebracht, denn er war stark unterkühlt, ausgehungert und zitterte nur noch.“ Momo habe sich eine tiefe Kuhle gegraben, sein Fell war völlig verklebt und voller Moos. „Da er nicht kläfft, wurde Momo nur durch einen glücklichen Umstand von einem Forstmitarbeiter entdeckt. Es hätte auch anders ausgehen können“, so Aland.

„Den Tierquäler, der ihn ausgesetzt hat, wollen wir erwischen“ Deshalb hoffen die Tierheimmitarbeiter auf Hinweise aus der Bevölkerung. Eine Belohnung von 1 000 Euro wurde ausgesetzt für sachdienliche Hinweise, die zur Überführung des Täters führen. Der genaue Fundort liegt an der Autobahnabfahrt Ferch auf der Neuseddiner Seite. Von der Straße aus befindet sich die Stelle dann etwa 200 Meter tief im Wald. Gemeldet wurde der Fund am Mittwoch, dem 14. April. Das Tierheim hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet, „denn das Aussetzen von Tieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern strafbar“, betonte Aland.

Wie derzeit viele Tierheime in der ganzen Bundesrepublik müsse leider auch das Tierheim Verlorenwasser feststellen, dass mehr Tiere ausgesetzt werden als in den Vorjahren. Allein in den vergangenen Wochen seien ein Rottweiler in Michendorf, eine Bordercolli-Mischling in Wollin, ein Dobermann bei Belzig und ein Basset bei Wiesenburg gefunden worden. Auch die Abgabewünsche von Menschen, die sich in schwierigen Situationen befinden, hätten sich gehäuft. „In Gesprächen mit den Kollegen anderer Tierheime wird immer öfter deutlich: sie fühlen sich von den Kommunen, für die viele Tierheime eine sehr engagierte Arbeit leisten, im Stich gelassen“, sagte Aland. Allein durch privates und ehrenamtliches Engagement könne man die aktuelle Dimension der Not im Tierschutz nicht mehr bewältigen. wh