Haushaltstage und Lebenswege : DGB-Ausstellung zu Frauenrechten in Werder

Seit dem gestrigen Dienstag ist im Werderaner Treffpunkt die Ausstellung „Frauenalltag – Frauenarbeit – Frauenrechte“ im Werderaner Treffpunkt Freizeit am Plantagenplatz zu sehen.

Fahrdienstleiterin. Der Job von Heike Taube war in der DDR für Frauen normal.
Fahrdienstleiterin. Der Job von Heike Taube war in der DDR für Frauen normal.Foto: eb

Werder (Havel) - Acht berufstätige Frauen, acht verschiedene Lebenswege: Seit dem gestrigen Dienstag ist im Werderaner Treffpunkt die Ausstellung „Frauenalltag – Frauenarbeit – Frauenrechte“ im Werderaner Treffpunkt Freizeit am Plantagenplatz zu sehen. Erarbeitet wurde sie vom Kreisverband Potsdam-Mittelmark des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Zusammenarbeit mit der IG Metall. „Wir haben eine Ausstellung zum Weltfrauentag am 8. März gesucht, die wir im Landkreis zeigen konnten, aber nichts gefunden, was dem Alltag von Frauen in Ostdeutschland gerecht wird“, sagt Projektleiterin Martina Panke.

In verschiedenen Treffen wurde dazu mit Frauen diskutiert, welche Themenbereiche die Ausstellung aufgreifen soll. Herausgekommen sind sieben Schwerpunkte: neben dem Weltfrauentag unter anderem die Arbeit der Frauen in der DDR, das Kollektiv damals und heute sowie der Haushaltstag – ein freier Tag pro Monat, der 1952 für Frauen, später auch für alleinstehende Männer mit Kindern, eingeführt wurde.

„Das war ein Tag, an dem mein Kind nie in die Kita musste“, sagt Heike Taube. Die 54-Jährige aus Bad Belzig ist eine der acht Frauen, die jeweils auf einer Stele porträtiert wurden. Als Fahrdienstleiterin bei der Bahn musste sie immer im Schichtdienst arbeiten, auch am Wochenende. „Da habe ich meinen Sohn dann natürlich weniger gesehen, das konnte man am Haushaltstag nachholen.“ Als Mitglied der Eisenbahnergesellschaft EVG und dessen Vertreterin im mittelmärkischen DGB war Taube an der Erstellung der Ausstellung beteiligt.

„Anfangs war uns nicht klar, welches Ausmaß die Ausstellung annehmen würde und wie lange ihre Erstellung dauert“, so Taube. Knapp drei Jahre vergingen zwischen der ersten Idee und der Eröffnung, die am 8. März im Belziger Landratsamt stattfand. Als Wanderausstellung sollen die Schautafeln in ganz Brandenburg zu sehen sein, in Werder stehen sie jetzt einen Monat lang.

Sie sollen jüngeren Frauen, für die zudem eine Extra-Ausstellung konzipiert werden soll, den Alltag von einst vermitteln. „In der DDR war es ganz normal, dass auch Frauen zur Eisenbahn gehen“, sagt Heike Taube. Als sie vor 15 Jahren in Österreich im Urlaub war, seien dort viele überrascht gewesen: Bei den dortigen Bundesbahnen habe es lange keine einzige Fahrdienstleiterin gegeben. Doch Heike Taube zufolge sei auch in der DDR der Arbeitsalltag nicht immer rosig gewesen: So war die Schichtarbeit dort sehr fest vorgeschrieben. Heute könne man bei der Bahn die Arbeitszeiten besser auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. 

Geöffnet ist bis 20.8. Mo, Do und Fr 10-14 Uhr, Di 13-18 Uhr, Mi 10-16 Uhr, der Eintritt ist frei