Potsdam-Mittelmark : Güterfelder Schlossplatz soll blühen Gemeinde beschließt Grünordnungsplan

Idylle. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Schloss eine Lungenheilstätte.
Idylle. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Schloss eine Lungenheilstätte.Foto: privat

Stahnsdorf - Die Weichen sind gestellt: Die Parkfläche vor dem Schloss in Güterfelde soll ihre ehemalige Pracht zurückerhalten. Das beschlossen die Stahnsdorfer Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung am Donnerstag. Einem Grünordnungsplan nach soll das rund 5400 Quadratmeter große Areal auf der nördlichen Seite des Schlosses mit Bäumen, Sträuchern und Bänken gestaltet werden, so Bürgermeister Bernd Albers (BfB). Nach der Sommerpause soll ein erster Planentwurf im Bauausschuss präsentiert werden.

„Unser Ziel ist es, die Parkanlage an die historische Gestaltung anzulehnen“, so Albers. Außerdem wolle man die Sichtachse zwischen der Stahnsdorfer Kirche und dem Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Noch ist das Gelände im Besitz des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin. Weil dieses nicht verpflichtet ist, den Grünordnungsplan umzusetzen, führt die Gemeinde Gespräche, die historische Fläche in Güterfeldes Mitte zu pachten oder zu kaufen, sagte Bürgermeister Albers.

Die letzte Umgestaltung des Schlossparks nahm 1873 der Hofgärtner Theodor Nietzner vor. Er war Leiter der königlichen Gärten in Potsdam und führte auch private Aufträge, unter anderem im Schlosspark Güterfelde, durch. Seine Arbeit ist auf alten Fotos dokumentiert. „Der Garten war im Stile des Eklektizismus mit deutschen und französischen Elementen angelegt“, erklärte der Vorsitzende des Vereins „Gütergotz – Kultur & Landschaft“, Peter Ernst. Beim Eklektizismus werden mehrerer vergangene Epochen vermischt.

Das beschlossene Verschönerungsprojekt kommt für Ernst aber zu spät: Die Parkfläche sei nur ein winziger Rest vom ehemals riesigen Schlosspark. „Der nach englischem Vorbild angelegte Landschaftspark war mindestens 77 Hektar groß, heute existieren nur noch zwei Prozent davon.“ Auf der südlichen Schlossseite sei sehr viel verloren. Wie die Gemeinde die Sichtachse wiederherstellen wolle, sei Ernst unklar – sie wird durch einen Kreisverkehr unterbrochen. es

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