Grüne Woche : Büffel-Zuwachs auf Biohof in Werder (Havel)

Werderaner wollen den Bio-Betrieb ausbauen und künftig neben Wasserbüffel- auch Lammfleisch verkaufen.

Tierische Landschaftspfleger. Die Wasserbüffel des Biohofes standen zunächst im Moor an der Südspitze von Töplitz. Jetzt sind sie auf einer mehrere Hektar großen Fläche am Plessower See untergebracht.
Tierische Landschaftspfleger. Die Wasserbüffel des Biohofes standen zunächst im Moor an der Südspitze von Töplitz. Jetzt sind sie...Foto: Andreas Klaer/ PNN

Werder (Havel) - Mehr Wasserbüffel, größere Apfelplantagen und eine Schafherde: Der Werderaner Biohof will wachsen. „Jetzt haben wir bei den Büffeln 14 Muttertiere, langfristig sollen es bis zu 30 werden“, sagt Jochen Fritz, der den Hof gemeinsam mit Roland von Schmeling betreibt, auf einem Pressetermin in Vorbereitung auf die Grüne Woche. Der Biohof wird erstmals auf der am 18. Januar beginnenden Berliner Messe vertreten sein, am 20. Januar wollen Fritz und von Schmeling den Stand des Landkreises betreuen.

Der Biohof, den es seit 2014 gibt und dessen Produkte man bei von Schmeling in der Werderaner Eisenbahnstraße 158 kaufen kann, verbreitert seine Produktpalette: Neben den zusätzlichen Wasserbüffeln wurden im vergangenen Jahr 130 Apfelbäume auf einer Plantage bei Glindow angepflanzt, weitere Bäume sollen folgen. Und für die derzeit etwa 350 Hühner soll ein neuer, mobiler Stall gekauft werden. Ende 2018 hat der Hof weiteren Zuzug erhalten: 15 Schafe, die derzeit zusammen mit den Wasserbüffeln auf einer Weide am Plessower See stehen. Im April sollen die Tiere auf der alten Töplitzer Streuobstwiese des Biohofes nahe der dortigen Autobahnabfahrt grasen. Jetzt weiden sie bei den Wasserbüffeln, damit die Nebenerwerbsbauern nur an eine Weide müssen, um Heu zuzufüttern. „Die Beweidung durch die Schafe ist für uns die einzige Möglichkeit, Fördermittel für den Erhalt der alten Streuobstwiese zu bekommen“, so Fritz. Außerdem soll das Lammfleisch gemeinsam mit dem Büffelfleisch vermarktet werden. Vier junge Büffel wurden in den Vorjahren jeweils geschlachtet, das Fleisch ist sehr begehrt und schnell an Freunde und Förderer des Biohofes verkauft – für den Hof können Interessierte Genussscheine im Wert von 500 Euro erwerben, die mit drei Prozent jährlich verzinst werden. Die Zinsen werden wahlweise in Naturalien oder Geld ausgezahlt. Büffelfleisch ähnelt Jochen Fritz zufolge im Geschmack einer Mischung aus Rind und Wild, „es hat deutlich mehr Struktur“.

Neben dem Büffelfleisch und den Eiern der Freilandhühner waren im vergangenen Jahr die Kirschen ein großer Ertragsbringer für den Biohof: Gut fünf Hektar Plantagen hat der Hof nahe Glindow, darunter laufen die Freilandhühner und fressen die Larven von Schädlingen. „Zum ersten Mal haben wir 2018 so viele Kirschen geerntet, dass wir sie über die Bio Company vermarkten konnten“, so Fritz. Zwei bis drei Tonnen seien so in den Handel gekommen. Zudem haben die Bauern ihre Kirschen zu Wein verarbeitet, der zuletzt auf Weihnachtsmärkten verkauft wurde.

In der Brandenburg-Halle am Stand des Landkreises wird Jochen Fritz die Grüne Woche zum ersten Mal von der Produzentenseite aus sehen: Bisher hat er jedes Jahr die Organisation der „Wir haben es satt“-Demonstration zur Verbrauchermesse organisiert, mit der er für natürlichere Bedingungen in der Landwirtschaft kämpfen wollte. Aus Zeitgründen habe er das aber abgegeben. Denn neben dem Betrieb des Biohofes ist Fritz im Vorstand der 2018 gegründeten Regionalwert-AG Berlin/Brandenburg: Über Förderer wirbt die AG Kapital ein, welches dann an junge Betriebe der Agrarbranche weitergegeben wird. „So wollen wir es Betrieben etwa ermöglichen, eine eigene Schlachterei oder Käserei aufzubauen, um eigene Produkte auch selbst zu verarbeiten.“