Potsdam-Mittelmark : Gewog-Chef will Bürgermeister werden

SPD kürt Michael Grubert zum Bürgermeisterkandidaten für die anstehenden Wahlen im März

Tobias Reichelt

Kleinmachnow - Der Wahlkampf um das Amt des Kleinmachnower Bürgermeisters hat begonnen: „Ich bin Michael Grubert und ich will neuer Bürgermeister werden“, mit diesen Worten kündigte der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft Kleinmachnow (Gewog) gestern offiziell seine Kandidatur für die SPD um die Nachfolge des Bürgermeisters Wolfgang Blasig (SPD) an. Blasig wird im Februar das Amt des Landrates übernehmen. Im März soll der neue Bürgermeister gewählt werden.

Damit präsentierte die SPD als erste der Kleinmachnower Parteien und Wählergruppen ihren Bürgermeisterkandidaten. Bereits am Montagabend hatte Grubert das Vertrauen seines Ortsvereines erhalten: Er wurde einstimmig von seinen Genossen gewählt. Gegenkandidaten gab es nicht.

„Ich habe den Wunsch, Bürgermeister für alle Kleinmachnower zu werden“, sagte Grubert. In dem Amt wolle er über Parteigrenzen hinweg agieren. „Ich kann gut vermitteln“, erklärte Grubert angesichts einer in viele Parteien zersplitterten Gemeindevertretung. In den kommenden Wochen will er sich bei allen vorstellen und um Unterstützung werben. „Die Wünsche der Kleinmachnower haben Vorrang vor allem anderen“, formulierte der 49-jährige verheiratete Vater von vier Kindern seine politische Leitlinie.

„Der Vertrauensbeweis seiner Partei wird ihm den Rücken stärken“, erklärte der SPD-Ortschef Joachim Schossau. Grubert sei in der Lage, die Verwaltung sicher, kompetent und zielorientiert zu führen. Schossau: „Er ist einer von uns.“

Der auf Kleinmachnows politischer Bühne weitgehend unbekannte Grubert leitet seit 1991 die Geschäfte der Gemeindetochter Gewog. In der Zeit nach der Wiedervereinigung war er für die Abwicklung der Restitutionsansprüche in Kleinmachnow zuständig. Für die Gemeindevertretung war er noch nicht tätig.

Zukünftig möchte der Freizeit-Marathon-Läufer den Service der Verwaltung ausbauen. „Ich möchte jeden Menschen jeden Tag verbessern“, sagte Grubert in Anlehnung an ein Zitat des Fußballtrainers Jürgern Klinsmann. Als Sohn eines weltweit tätigen Bosch-Mitarbeiters wurde Grubert in Indonesien geboren und im südafrikanischen Kapstadt eingeschult. SPD-Mitglied ist er seit 25 Jahren. „Ich habe gelernt, auf Menschen zuzugehen“, sagte Grubert. In Kleinmachnow lebt er seit acht Jahren.

Noch bis 2009 will Grubert eine Lösung zur Trägerschaft des Kleinmachnower Freibades präsentieren, versprach er. Als Mitglied des Fördervereins der Kammerspiele plädierte er für den Erhalt der Kulturstätte. „Wir sind eine lebendige Gemeinde, die eine Identifikation haben will“, sagte Grubert. Neben besseren Busverbindungen von und nach Kleinmachnow setze er sich auch für den Schulneubau für das dritte staatliche Gymnasium der Region bis 2011 ein. „Ich kann mit jedem Standort leben“, sagte Grubert und versprach, weiter an der Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen zu arbeiten.

„Ich werde nicht genau die gleiche Linie wie mein Vorgänger vertreten.“ Er wolle die Bürger eng in die Entscheidungen einbeziehen. „Ich glaube ich bin der beste Kandidat und werde die Wahl gewinnen“, sagte Grubert. Tobias Reichelt