Geburtenstation in Bad Belzig geschlossen : Letztes Baby in Bad Belzig geboren

Emily-Sophie ist vorerst das letzte Baby, das auf der Geburtenstation in Bad Belzig das Licht der Welt erblickt hat. Die Station ist jetzt geschlossen.

Die Geburtenstation in Bad Belzig schließt offenbar doch nicht. Das Bergmann-Klinikum hält dennoch an einer Schließung fest.
Die Geburtenstation in Bad Belzig schließt offenbar doch nicht. Das Bergmann-Klinikum hält dennoch an einer Schließung fest.Foto: dpa

Bad Belzig - Emily-Sophie ist 54 Zentimeter groß, 3 895 Gramm schwer und kerngesund. Am Montagmorgen kam das Mädchen in Bad Belzig zur Welt, als vorerst letztes Baby auf der Geburtenstation. Das teilte das Klinikum „Ernst von Bergmann“ am gestrigen Dienstag mit. Seine Eltern kommen aus dem Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde. Mit dem Mädchen sind in diesem Jahr 43 Kinder auf der Station geboren worden.

Fachärztemangel vor Ort

Dem ärztlichen Direktor der Bad Belziger Klinik, Reinhard Engel, zufolge gebe es keine Alternative zur Schließung. Wie berichtet kamen in der Klinik im Vorjahr weniger als 200 Babys zur Welt, dazu gebe es laut Klinikum einen Fachärztemangel vor Ort. Die Versorgung von Schwangeren sei jedoch gesichert, da es niedergelassene Gynäkologen und Kinderärzte sowie Hebammen gebe. Zudem stünden Kliniken mit Geburtshilfe unter anderem in Brandenburg/Havel, Potsdam oder Lutherstadt Wittenberg zur Verfügung. In Potsdam richte das Bergmann-Klinikum einen zusätzlichen Kreißsaal mit dem Namen „Hoher Fläming“ ein. Zudem werden Schwangere vor Ort kostenlos untergebracht und ein Shuttle-Service für Familienmitglieder zwischen Bad Belzig und Potsdam eingerichtet.

Am gestrigen Abend organisierte ein Bürgerbündnis für den Erhalt der Station zum vierten Mal eine Demonstration, an der der Brandenburger Polizei zufolge jedoch nur noch 35 Menschen teilnahmen. Sie zogen vom Bad Belziger Marktplatz zum Klinikum. Laut dem Bündnis prüfe das Städtische Klinikum aus Brandenburg/Havel noch immer ein Konzept, um die Geburtsstation in eigener Regie zu erhalten. Auch der Kreistag Potsdam–Mittelmark sprach sich für den Erhalt aus, sofern ein tragfähiges Konzept für den Weiterbetrieb vorliege.

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