• Für die Jahre 2020 bis 2024: Kreistag Potsdam-Mittelmark beschließt Nahverkehrsplan

Für die Jahre 2020 bis 2024 : Kreistag Potsdam-Mittelmark beschließt Nahverkehrsplan

Der Kreistag Potsdam-Mittelmark hatte die Wahl. Drei Szenarien standen für dem Ausbau des Nahverkehrsplans zur Auswahl.

Neue Buslinien sind möglich.
Neue Buslinien sind möglich.Foto: Enrico Bellin

Auch nach der Entscheidung der Kreistagsmitglieder für den Nahverkehrsplan mit einem mittleren Entwicklungsszenario kann der Verkehr weiter ausgebaut werden. Das bestätigte Regiobus-Geschäftsführer Hans-Jürgen Hennig den PNN auf Nachfrage. Er rechne zeitnah mit der Einführung einer Linie vom Fläming zum ICE-Bahnhof in Lutherstadt Wittenberg, wenn das tarifliche Problem des länderübergreifenden Nahverkehrs gelöst werden kann. Voraussetzung dafür ist eine Zustimmung durch den Kreistag, dessen Mitglieder sich die Verbindung jedoch seit Jahren wünschen.

Der Kreistag hatte in seiner Sitzung am Donnerstag den Nahverkehrsplan für die Jahre 2020 bis 2024 beschlossen. Zur Wahl standen ein Basisszenario, in dem im Wesentlichen der jetzige Verkehr beibehalten worden wäre, ein mittleres und ein starkes Ausbauszenario. Mit knapper Mehrheit aus SPD und CDU hatte sich der Kreistag für das mittlere Szenario entschieden. Fast alle anderen Fraktionen waren für das starke Ausbauszenario. Beide unterscheiden sich im Wesentlichen durch die gewünschte Bustaktung: So sah etwa das starke Entwicklungsszenario grundsätzlich auch samstags einen Stundentakt auf allen Hauptlinien vor, das mittlere nur einen Zweistundentakt. Sonntags hätte es auf einigen Linien ebenfalls halbstündliche statt stündliche Fahrten gegeben, dazu wären weitere Fahrten in der Nacht gekommen. Die Leistungen hätten den Kreis zusätzlich fünf Millionen Euro gekostet.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Martin Szymczak begründete die Ablehnung des stärksten Ausbauszenarios gegenüber den PNN nicht nur mit den höheren Kosten, sondern auch mit der nicht vorhandenen Umsetzbarkeit. Denn Regiobus fehlten schon jetzt etwa 30 Busfahrer.

Roland Büchner, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, kritisierte hingegen SPD und CDU. „Mit den besseren Taktungen hätten wir das erste Mal ein Leuchtturmprojekt im Landkreis geschaffen.“ Auch ländliche Räume hätten deutlich besser erschlossen werden können. Regiobus-Chef Hans-Jürgen Hennig zufolge sei die Einführung neuer Linien etwa von Potsdam nach Kleinmachnow noch immer möglich, hänge jedoch von der jeweiligen Finanzierungszusage ab. PlusBus-Linien wären im Vorteil, da das Land für sie 40 Cent pro Kilometer dazugibt.


Mehr lesen? Hier die PNN gratis testen.