Potsdam-Mittelmark : Für 100 Kita-Plätze müssen 100 Bäume weichen

Nachdem der Wald in Bauland umgewandelt und ein Ameisenvolk umgesiedelt wurde, können jetzt Bäume gefällt und der Bau einer neuen Kita in Werder (Havel) vorangetrieben werden.

Baukasten-Kita: Die Modul-Kita in der Adolf-Damaschke-Straße.
Baukasten-Kita: Die Modul-Kita in der Adolf-Damaschke-Straße.Foto: Andreas Klaer

Werder (Havel)/ Glindow - Im Glindower Ortsteil Elisabethhöhe beginnen am Mittwoch Rodungsarbeiten an der Poststraße. Wie Thomas Lück, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft HGW, den PNN am Montag bestätigte, hat die Gesellschaft inzwischen die Baugenehmigung für die dort geplante Kita erhalten. „Wir werden nun damit beginnen, die etwa hundert Bäume auf dem Areal zu fällen“, so Lück.

Wie berichtet soll die Kita in Modulbauweise errichtet werden und Platz für hundert Kinder bieten. Ursprünglichen Planungen zufolge sollte sie bereits im September dieses Jahres eröffnen, doch das Genehmigungsverfahren hatte sich verzögert. So musste Wald in Bauland umgewandelt werden, auch ein Ameisenvolk wurde umgesiedelt. Wann genau der Bau der Kita beginnen kann, ist Lück zufolge noch offen. Die Absprachen mit dem Bauunternehmen würden in der kommenden Woche getroffen.

Mehr als drei Millionen Euro

Klar sei jedoch, dass die HGW nicht mit den zunächst vorgesehenen 2,9 Millionen Euro auskommen wird, die die Kita in Modulbauweise in der Adolf-Damaschke-Straße gekostet hat. Auch sie wurde durch die HGW gebaut, die Eröffnung war im Herbst 2017. „Wir werden wohl insgesamt 3,6 Millionen Euro brauchen“, so Lück. Allein durch die nötigen Baumfällungen würden die Kosten steigen. Hauptsächlich sei aber die allgemeine Entwicklung der Baupreise schuld an der Kostensteigerung.

Wann die Kita eröffnen kann, konnte der HGW-Geschäftsführer noch nicht sagen. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass eine Eröffnung im September 2019 möglich sein wird.“ Zwar seien Modulbauten schnell errichtet. Jedoch sind die Auftragsbücher der Hersteller gut gefüllt. Ebenfalls noch unklar sei, ob die neue Kita durch die Stadt oder einen privaten Träger betrieben werden soll. Sie wird direkt an die Awo-Kita Spatzenhaus angrenzen.

Die Kita ist dringend nötig, da in Werder etwa 200 Plätze für die Kinderbetreuung fehlen. Neben der Kita in der Poststraße wird auch ein Neubau in der Innenstadt von Werder vorbereitet. Wann dort mit dem Bau begonnen werden kann, ist aber unklar.

Auch will die Hoffbauer-Stiftung einen Bildungscampus in Glindow errichten, auf dem eine Kita entstehen soll. Sie soll eine Einrichtung auf der Insel ersetzen. Wann der Campus fertig wird, ist derzeit offen.