Potsdam-Mittelmark : Flugpunkt beim Forsthaus Templin Bürgermeister verteidigt Teltows Routenvorstoß

Tobias Reichelt

Region Teltow - Im Streit um die mögliche Verlegung der Flugrouten zum Vorteil der Region Teltow und zum möglichen Nachteil der Anwohner rund um die Havelseen hat der Stahnsdorfer Bürgermeister Bernd Albers (BfB) das Teltower Vorgehen verteidigt. „Die von uns vorgeschlagene Flugroute führt weitestgehend über unbewohntes Gebiet“, sagte Albers den PNN. Die Anwohner rund um die Havelseen müssten mit keinen Mehrbelastungen rechnen. Man nehme die Vorbehalte aber ernst. Heute wollen die Bürgermeister der Region Teltow und des Berliner Bezirks Zehlendorf deshalb noch vor der Demonstration am Flughafen in Schönefeld über die Zukunft ihres Routenantrags beraten. Bereits am Montag sollte der Antrag in der Sitzung der Fluglärmkommission eingebracht werden.

Albers wollte nicht ausschließen, dass die Kommunen den Antrag zurückziehen oder ändern. Denkbar sei aber auch, ihn beizubehalten. Dann würde die Flugsicherung gebeten, südwestlich von Potsdam einen „mandatory fly-over waypoint“ zu definieren – einen Punkt, der immer überflogen werden muss (PNN berichteten). Albers widersprach den Befürchtungen aus Nuthetal, Michendorf, Schwielowsee und Werder, dass diese Region stärker belastet werde. Die Route führe entlang der Eisenbahntrasse vom Flughafen in Richtung Potsdam meist über bewaldetes Gebiet. Der angesteuerte Flugpunkt befinde sich über einem Waldstück bei Caputh in der Nähe des Forsthauses Templin. Dort hätten die Maschinen eine Höhe von 3000 Metern erreicht und seien zwei Kilometer von der nächsten Bebauung entfernt. Würde sich die Region Teltow nicht mit ihrem Vorschlag durchsetzen, würden die Jets dort in 2000 Metern Höhe direkt über Häuser düsen. Doch selbst wenn der Teltower Antrag – als einer von insgesamt über 30 Anträgen – in der Kommission angenommen werde, bedeute das nicht, dass die Route dann auch so komme, sie werde erst geprüft. Tobias Reichelt