Potsdam-Mittelmark : Fluglärm: Zusagen zu unverbindlich Havelseen-Initiative appelliert an Platzeck

Werder (Havel) - Die Bürgerinitiative „Fluglärmfreie Havelseen“ fordert ein klares Votum der Fluglärmkommission für eine weiträumige Umfliegung der Havelseen-Gemeinden. Die nächste Kommissionssitzung findet am Montag statt. Bei der Sitzung vor zwei Wochen habe es noch keine Entwarnung für die Region Schwielowsee, Michendorf, Werder und Nuthetal gegeben, betonte die Geschäftsführerin der Bürgerinitiative Eva Hörger.

Hörger appellierte an die Verantwortung von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der sich seit Monaten aus der Routendebatte heraushalte. „Die Zukunft einer der zuzugstärksten, kinderreichsten und touristisch attraktivsten Regionen Brandenburgs steht auf dem Spiel. Das kann und darf er als Regierungschef nicht tatenlos hinnehmen!“

Bei weiterhin drohenden Anflugrouten ab 1000 Meter Höhe, mit einem Lärm vergleichbar einem Staubsauger in ein Meter Entfernung, handele es sich keineswegs um eine Luxusbetroffenheit, sondern „um eine massiv störende Lärmeinwirkung in einer sonst sehr ruhigen Gegend“, so Hörger. Für die staatlich anerkannten Erholungsorte Werder und Schwielowsee, die hauptsächlich vom Tourismus, dem Wein- und Obstbau lebten, drohe wirtschaftlicher Schaden oder gar der Verlust der Lebensgrundlagen.

Zwar wurden die gefürchteten Anflugrouten unter anderem über Wildpark-West, Werder, Geltow, Caputh, Wilhelmshorst, Ferch und Michendorf von der Fluglärmkommission nicht beschlossen. „Die entlastende Alternativroute außerhalb des Autobahnrings A 10 und westlich wie südlich der Dreiecke Werder und Potsdam und das wesentlich ruhigere und kerosinsparende CDA-Verfahren jedoch ebenfalls nicht“, so Hörger. Beim CDA-Verfahren handelt es sich um einen Landeanflug mit gedrosselter Motorleistung, der schon in großer Flughöhe beginnt. „Statt einer konkreten Anflugroute wurde in der Fluglärmkommission nur allgemein beschlossen, dass der Anflug möglichst nicht über Naherholungsgebiete und Siedlungsgebiete gehen soll“, so Hörger weiter. Das sei zu unverbindlich. wh