Fest zum Tag der Deutschen Einheit : Finanzierung für Teltower Stadtfest ungewiss

Es gibt erneut Probleme mit fehlenden Freiflächen auf der Festmeile im Gewerbegebiet. Veranstalter sieht Fest am Hafen.

Das Fest feiert in diesem Jahr 30. Jubiläum. 
Das Fest feiert in diesem Jahr 30. Jubiläum. Foto: Ronny Budweth

Teltow - Das Teltower Stadtfest muss erneut um seine Finanzierung bangen. Da das Teltower Gewerbegebiet rund um die Rheinstraße, in der das Fest seit 2005 stattfindet, weiter entwickelt wird, fehlt es den Organisatoren an den nötigen Freiflächen. Ohne diese jedoch, gibt es immer weniger Platz für Bühnen, Stände und Fahrgastgeschäfte, deren Standmiete das für Besucher kostenlose Fest absichern. 

Eigentümer wollen Grundstücke einfrieden

„Wir müssen erneut komplett umplanen“, sagt Stefanie Herfurth von der Eventagentur Brando, die seit 30 Jahren das Fest für die Stadt organisiert. Bereits im letzten Jahr brach kurz vor der Eröffnung wie berichtet eine große Fläche weg. Dort wo die einstige Festwiese war, baut jetzt Lidl. In diesem Jahr ist auch die Ausweichfläche  – die Freifläche neben dem Teltower Technologiezentrum – bedroht. Das Areal sei laut Herfurth verkauft worden, der neue Eigentümer wolle das Grundstück einebnen, die Baracken entfernen, entstehen soll dort ein großer Parkplatz. Auch an anderen Stellen werde es eng, so würden mehrere Flächeneigentümer ihre Grundstücke einfrieden wollen. 

Bis zu 10.000 Besucher kommen jährlich nach Teltow.
Bis zu 10.000 Besucher kommen jährlich nach Teltow.Foto: Ronny Budweth

Organisatorin: Wir sind optimistisch

Erst im August werde Herfurth wissen, auf welchen Flächen Platz zum Feiern ist. Erst dann seien die geplanten Baumaßnahmen vermutlich abgeschlossen. Mit den Eigentümern sei man aber bereits jetzt schon in Verhandlungen und bitte darum, die Flächen weiterhin nutzen zu dürfen. „Wir haben ihnen bisher ja gezeigt, dass wir das Areal auch ordentlich hinterlassen“, so Herfurth. Durch die langjährige Zusammenarbeit gebe es zumindest einen Vertrauensvorschuss, betont die Organisatorin. Doch sicher kann sie sich nicht sein und infolgedessen auch den Standbetreibern jetzt noch nicht verbindlich zusagen. „Wir sind dennoch optimistisch.“ 


Das Teltower Stadtfest feiert in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum. Es ist laut Teltower Stadtverwaltung das größte Fest zum Tag der Deutschen Einheit im Land Brandenburg und lockt jährlich mehrere 10.000 Besucher an den Teltowkanal.

Sänger Heinz Rudolf Kunze kommt nach Teltow

Stargast des diesjährigen Festes ist der Deutschrocker Heinz Rudolf Kunze, der mit Songs wie „Dein ist mein ganzes Herz“ im Jahr 1985 seinen bislang größten Single-Erfolg hatte. Auch die 29-jährige Schlager-Newcomerin Sonja Liebing wird in Teltow auftreten. Angekündigt hat sich auch Schlager-Lokalmatador Mitch Keller, der auch an Liebings neuem Album mitgearbeitet hat. 

Auch dieses Jahr dabei: Teltows Schlagersänger Mitch Keller. 
Auch dieses Jahr dabei: Teltows Schlagersänger Mitch Keller. Foto: Manfred Thomas


Anders als im vergangenen Jahr sind in diesem Jahr zumindest alle Sponsoren mit im Boot. Im letzten Jahr sprang wie berichtet der Hauptsponsor ab, in die Presche sprang daraufhin der Berliner Internet- und Telefondienstleister DNS:Net. Durch sein Sponsoring konnten letztes wie auch in diesem Jahr wesentliche Programmteile gesichert werden. 

Braucht das Fest einen neuen Standort?

Perspektivisch muss die Stadt über einen neuen Veranstaltungsort nachdenken, denn Teltow wächst und damit auch das Gewerbegebiet. Herfurth kann sich vorstellen, dass das Traditionsfest künftig nahe des Hafens gefeiert wird, das erklärte sie gegenüber den PNN. So würde auch die Teltower Altstadt wieder mehr in den Fokus der Besucher rücken und belebter werden. Doch fraglich ist, ob die Anwohner da mitmachen.


Das Fest, das in diesem Jahr vom 3. bis 6. Oktober stattfindet, wurde einst in Teltows Altstadt gefeiert. Als diese saniert wurde, zog die Festmeile  mit mittlerweile rund 140 Ausstellern im Jahr 2005 in das Gewerbegebiet. Die Stadt war am Freitagabend für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.