Erste Lösungsvorschläge : Unfallschwerpunkte in Potsdam-Mittelmark unter Beobachtung

Die Verkehrsunfallkommission von Potsdam-Mittelmark hat im vergangenen Jahr 19 Unfallschwerpunkte in den Blick genommen. Dabei sind auch drei neue Stellen.

Am Kreisverkehr in Kienwerder in Stahnsdorf krachte es in der Vergangenheit mehrmals. Radfahrer müssen hier die Vorfahrt beachten.
Am Kreisverkehr in Kienwerder in Stahnsdorf krachte es in der Vergangenheit mehrmals. Radfahrer müssen hier die Vorfahrt beachten.Foto: Andreas Klaer

Im vergangenen Jahr konnte die Verkehrsunfallkommission des Landkreises Potsdam-Mittelmark mehrere Unfallhäufungsstellen im Kreis durch gezielte Maßnahmen entschärfen. Das geht aus dem Bericht der Kommission für 2020 hervor. Dafür hat sie drei neue Unfallschwerpunkte in ihren Katalog aufgenommen.

Im vergangenen Jahr gab es 19 Unfallhäufungsstellen im Kreis

Wie die Kommission in ihrem Bericht mitteilte, konnten im vergangenen Jahr drei der insgesamt 19 Unfallschwerpunkte aus dem Katalog entfernt werden. Mit dabei ist der Knoten an der Friedensstraße/Auffahrt A 10 in Saarmund. Bis Juli 2019 hätten sich an der Stelle innerhalb von drei Jahren fünf Unfälle mit Verletzten ereignet, erklärte Heike Vierke-Eichler, Chefin der Unteren Straßenverkehrsbehörde und Leiterin der Verkehrsunfallkommission, auf Anfrage gegenüber den PNN. Autos, die von der Autobahn abfahren wollten, waren mit Fahrzeugen auf der Friedensstraße zusammengeprallt. Die Kommission hat veranlasst, dass die Schaltung der Ampelanlage verändert wurde.

Eine weitere Stelle die entschärft wurde ist der Kreisverkehr Kienwerder in Stahnsdorf, von dem der Potsdamer Damm, die Friedensstraße und die Kreisstraße 6959 in Richtung Babelsberg abgeht. Er wurde 2017 in den Katalog aufgenommen, da zuvor innerhalb von drei Jahren acht Unfälle mit Verletzten registriert worden waren. Regelmäßig habe es Auffahrunfälle gegeben, weil Kraftfahrer fälschlicherweise Radfahrern beim Einfahren in den Kreisverkehr die Vorfahrt gewährten oder weil die Radfahrer die Vorfahrt der Autos nicht beachtet haben, erklärte Vierke-Eichler. Die Autofahrer werden jetzt durch Beschilderung zur Vorsicht ermahnt und den Radfahrern per Piktogramm auf dem Radweg die Vorfahrtsregel deutlich gemacht. 

Drei Schwerpunktstellen sind in der Nachbetrachtung

Ein weiterer Unfallschwerpunkt am Knoten Stolper Weg/Auffahrt zur A115 in Kleinmachnow, an dem einige Linksabbieger Richtung Autobahn den Gegenverkehr nicht beachteten, konnte durch eine separate Ampelschaltung entschärft werden.

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Bei drei Unfallstellen überprüft die Kommission derzeit ob bereits getroffene Maßnahmen zu einer anhaltenden Entspannung führen. Dazu zählt auch der Knoten Ernst-Thälmann-Straße/Hohe Kiefer in Kleinmachnow, der 2016 in den Katalog aufgenommen wurde. Innerhalb von drei Jahren hatte es elf Unfälle mit Verletzten gegeben. Untersuchungen zeigten, dass auch in den Abendstunden nach Abschaltung der Ampelanlage noch sehr viel Verkehr floss, so Vierke-Eichler. Die Ampel ist seither länger an, die Zahl der Unfälle ging zurück.

Drei neue Unfallschwerpunkte und erste Lösungen

Neuer Unfallschwerpunkt seit dem vergangenen Jahr ist die Kreuzung Ruhlsdorfer Straße/Quermathe in Stahnsdorf. Innerhalb eines Jahres hatte es sieben Unfälle gegeben, verursacht durch Unaufmerksamkeit beim Einbiegen oder Kreuzen, so die Verkehrsbehördenchefin. Die Markierung soll geändert werden, um den Straßenverlauf deutlicher zu machen und Sichtbehinderungen der Verkehrsteilnehmer entgegenzuwirken. Ebenso neuer Schwerpunkt ist der Bereich der Autobahnauffahrt Lehnin an der L 86 , an dem sich innerhalb von drei Jahren fünf Unfälle beim Abbiegen ereignet haben. Die Höchstgeschwindigkeit wurde in dem Bereich von 100 auf 70 Kilometer die Stunde reduziert.

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Auf der B 102 im Bereich Am Gesundbrunnen im Bad Belziger Ortsteil Schwanebeck wurden innerhalb eines Jahres fünf Verkehrsunfälle gemeldet. Kraftfahrer waren von der Fahrbahn abgekommen. Die Geschwindigkeit wurde von 50 auf 30 Kilometer die Stunde heruntergesetzt, erklärte Vierke-Eichler.

Kommission beobachtet Schwerpunkte seit den 90er Jahren

Die Verkehrsunfallkommission nahm ihre Arbeit in den 90er Jahren auf und setzt sich aus Vertretern der Polizeidirektion West, des Landesstraßenbetriebes, des Kreisstraßenbetriebes, des ADAC sowie der Unteren Straßenverkehrsbehörde zusammen. Wie viele Unfälle im Landkreis insgesamt im vergangenen Jahr registriert worden sind, kann die Kommission noch nicht sagen, erklärte Vierke-Eichler. Die Unfallstatistik der Polizei liege bisher noch nicht vor.

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