Erneute Investorensuche : Teltows Problemhafen wieder auf dem Markt

Nächster Anlauf für das komplizierte Millionenprojekt am Kanal: Teltow hat die Konzession für den Betrieb des Hafens ausgeschrieben. Es ist bereits das dritte Mal.

Teltowkanal Tag der offenen Baustelle der neue Hafen Teltow für Sportboote/Marina Foto:Manfred Thomas
Teltowkanal Tag der offenen Baustelle der neue Hafen Teltow für Sportboote/Marina Foto:Manfred ThomasFoto: Manfred Thomas Tsp

Teltow - Die Stadt Teltow intensiviert noch einmal die Suche nach einem Betreiber für den von ihr gebauten Hafen am Teltowkanal. Wie die Stadtverwaltung dem Hauptausschuss am Montag in einer Informationsvorlage mitteilte, sei die Konzession für den Betrieb des Hafens erneut ausgeschrieben worden, nachdem alle bisherigen Versuche, einen oder mehrere Interessenten zu finden, gescheitert waren. Die deutschlandweite Ausschreibung, die nach Angaben der Verwaltung auf einer Empfehlung der Industrie- und Handelskammer beruhe, befindet sich seit Samstag im Netz. 
Auf ein konkretes Betreibermodell hat sich die Stadt Teltow dabei weiter nicht festgelegt. Gesucht werden ein oder zwei private Partner. So könne ein Interessent den Gesamtbetrieb des Hafens inklusive Gastronomie übernehmen. Im zweiten möglichen Fall werde der Betrieb geteilt. Ein Investor errichtet das Gebäude für die Gastronomie und betreibt diese, ein weiterer übernimmt alle Aufgaben im Zusammenhang mit dem Stadthafen und seinen 39 Gast- und Dauerliegeplätzen. 

Gastronomie soll vom Hafen getrennt werden
Neu ist, dass in diesem Fall der Restaurantbetrieb gänzlich vom Hafen getrennt wird. Bislang sollte das rechts neben dem Hafenbecken geplante und in einem Architekturwettbewerb entwickelte Restaurantgebäude auch das Hafenmeisterbüro sowie Duschen und Toiletten beherbergen. Diese sollen nun durch den künftigen Betreiber der Marina auf der anderen Seite des Hafenbeckens in Modulbauweise errichtet werden. Darüber hinaus könne der Betreiber auf dieser Fläche, für die der Bebauungsplan maritimes Gewerbe vorsieht,  entsprechend seines Bedarfs weitere Gebäude errichten, heißt es in den Unterlagen. 

Die Stadt hatte dort bislang ein Bootswinterlager geplant. Die Erlöse sollten die durch den Hafenbetrieb erwarteten Defizite ausgleichen. Nach dem neuen Modell will die Stadt Einnahmen durch ein Entgelt generieren, dass die privaten Investoren für den Betrieb von Gastronomie und Hafen an sie zu zahlen hätten. Wie hoch dieses ist, blieb zunächst offen. 

Angebotsfrist endet Mitte Oktober

Interessenten können noch bis zum 10. Oktober bei der Stadt erste Angebote einreichen. Mit einem Abschluss des Verfahrens rechnet Teltow zu Beginn des neuen Jahres. Den Zuschlag sollen die Stadtverordneten im Februar erteilen. Ob Teltows Marina wie zuletzt avisiert im Frühjahr 2019 öffnet, ist damit wieder ungewiss. Wie berichtet sollte die Marina nach letztem Stand zur kommenden Saison mit Containern an den Start gehen, in denen die für den Betrieb benötigten Sanitäranlagen und das Hafenmeisterbüro interimsweise untergebracht werden sollten. Die Bauzeit für das Restaurantgebäude, bei dem sich der Investor an der bereits bestehenden und durch die Baubehörde genehmigten Planung orientieren soll, berechnete die Stadt zuletzt mit etwa einem Jahr. Erste Gäste können dort demnach nicht vor 2020 empfangen werden.

Stadt sucht schon seit vier Jahren
Nach einem Betreiber für den Hafen sucht die Stadt Teltow, die sich gestern zur Ausschreibung und den neuen Plänen zunächst nicht äußerte, nun schon seit mehr als vier Jahren. Schon zu Baubeginn war die Konzession für Bootsanleger und Hafengebäude ausgeschrieben worden. Ein Betreiber fand sich zunächst nicht. Zwischenzeitlich änderten sich aber auch die Pläne. Nachdem die Kosten aus dem Ruder gelaufen und die geplante Summe für den Bau des Hafens deutlich überschritten worden war, verabschiedete sich Teltow von der Idee, neben dem Hafenbecken auch das Restaurantgebäude selbst zu bauen und sich die ein bis zwei Millionen Euro zu sparen. Nachdem zunächst in einem Interessenbekundungsverfahren die Marktlage abgeklopft worden war, schrieb Teltow Bau und Betrieb des Hafengebäudes aus, auch das Grundstück stand mit zur Disposition. Erfolgreich war aber auch das nicht. Unter Experten gilt Teltows Marina als zu klein.