Potsdam-Mittelmark : Ermittlungen nach Treffen von Neonazis NPD-Nachwuchs war

in Seddiner Gasthof

Alexander Fröhlich

Potsdam/Seddiner See - Erneut haben Rechtsextremisten im Seddiner Gasthof „Jägerhof“ eine Versammlung abgehalten. Diesmal hat sich dort die NPD-Nachwuchsorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) getroffen, die in Potsdam eng mit der Kameradschaft „Freie Kräfte Potsdam“ verbunden ist. Der JN-Stützpunkt Potsdam war Ende November 2011 im Zuge der Ermittlungen gegen das Mörder- und Terrortrio NSU auch ins Visier der Bundesanwaltschaft geraten. Auf dem Grundstück des Chefs des JN-Stützpunktes Potsdam, Maik E., in Grabow bei Niemegk hatte die Elitetruppe der Bundespolizei GSG9 dessen Bruder Andre E. festgenommen. Dieser gilt als Unterstützer der Neonazi-Terrorzelle.

Hotelier Frank Widera bestätigte, dass bei seinen Mitarbeitern am 24. Februar ein Tisch für 10 bis 15 Personen für ein Abendessen bestellt und dann auch genutzt worden sei. Einen Hinweis auf eine rechte Organisation habe es nicht gegeben. Er selbst sei zu dieser Zeit im Urlaub gewesen. Im Restaurant hätten sich die Gäste unauffällig verhalten, das Personal habe ihm keinerlei Vorfälle gemeldet.

Dennoch hat das Treffen ein Nachspiel – für die Neonazis. Die Polizei ermittelt gegen sie wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Polizei war von einer Zeugin alarmiert worden, weil sechs bis sieben Personen nach der Ankunft mit zwei Fahrzeugen vor dem Hotel den Hitlergruß skandiert haben sollen. Die Staatsschutzabteilung konnte einige der Personen der rechtsextremistischen Szene zuordnen. Die Ermittlungen dauern noch an.

Bereits Anfang 2011 hatte der NPD-Kreisverband Havel-Nuthe im „Jägerhof“ eine Versammlung abgehalten. Gegen kleine Treffen der NPD in seinem Haus hätte er nichts einzuwenden, sagte der Hotelier. Massenveranstaltungen rechter Organisationen in seinem Gasthof würde er allerdings ablehnen.

Alexander Fröhlich

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