• Tirol: Bergwanderer aus Berlin und Potsdam-Mittelmark in Bergnot im Wettersteingebirge

Eisige Nacht im Wettersteingebirge : Mann aus Nuthetal mit Erfrierungen aus Schneehöhle gerettet

Im Sommer sei der Tiroler Ehrwald ein "Traumausflugsziel zum Wandern", heißt es auf der Homepage des dortigen Tourismusvereins. Für einen jungen Mann aus Nuthetal endete der Ausflug am Wochenende eiskalt und schmerzhaft.

Alpine Notlage in Ehrwald: Drei junge Männer wurden Silvester aus Bergnot gerettet.
Alpine Notlage in Ehrwald: Drei junge Männer wurden Silvester aus Bergnot gerettet.Foto: Felix Kästle/dpa

Potsdam/ Ehrwald - Drei Männer sind am vergangenen Sonntag in Tirol in Bergnot geraten. Zwei der jungen Bergwanderer kamen aus Berlin, einer aus Nuthetal im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die 22-Jährigen waren mit Schneeschuhen an der Talstation der Ehrwalder Almbahn aufgebrochen. Ihr Ziel: Die "Knorr Hütte" am Zugspitzblatt.

Angekommen sind sie nicht. Auf 2000 Meter Höhe, eine Stunde vor dem Ziel, endete ihre Wanderung. Bei vollkommener Dunkelheit und starken Schneetreiben" erreichten sie völlig erschöpft den "Feldernjöchl", einen Pass bzw. ein Übergang im Wettersteingebirge. Gegen 21.30 Uhr setzten sie einen Notruf ab - und gruben sich eine Schneehöhle, um die Nacht zu überstehen.

Wie die Tiroler Polizei mitteilte, scheiterte ein Rettungsversuch der Bergrettung Ehrwald am Sonntagabend am stürmischen Wind und jeder Menge Neuschnee. Silvester wurde erneut ein Rettungsversuch unternommen, aber wieder mussten die Rettungskräfte auf Grund der schlechten Witterung abbrechen.

Am Montagnachmittag besserte sich das Wetter schließlich kurzzeitig. Ein Rettungshubschrauber konnte aufsteigen und die drei Männer in Sicherheit bringen.

Der Nuthetaler erlitt Erfrierungen an Händen und Füßen und wurde in das Bezirkskrankenhaus Reutte eingeliefert. Dort verbrachte er auch den Jahreswechsel und Neujahr. Seine beiden Begleiter blieben unverletzt, wie Rudolf Meusburger, Polizeisprecher aus Tirol, den PNN mitteilte.

Wie Meusburger berichtete, befindet sich "die ganze Tour prinzipiell auf einer ausgewiesenen Wanderroute". Ob die Wanderer leichtsinnig handelten, konnte der Polizeisprecher nicht beurteilen: "Aber wenn man auf 2000 Metern Seehöhe vom Schneesturm überrascht wird, kann auch die leichteste Tour plötzlich lebensgefährlich werden".

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