Einzug im Winter 2020 : Besuch auf der Baustelle der Geltower Grundschule

Der Neubau an Geltows Grundschule soll die Raumnot lindern. Der Einzug ist für die Winterferien geplant. Ein Besuch auf der Baustelle.

Enrico Bellin
So soll der Grundschulneubau einmal aussehen.
So soll der Grundschulneubau einmal aussehen.Visualisierung: S&P Ingenieure+Architekten

Geltow - Noch verdeckt eine Wand aus Pressspanplatten das, was einmal die neue Mensa für bis zu 300 Geltower Grundschüler sein wird. In den kommenden Wochen werden sie durch vier Meter hohe Glaselemente ersetzt, vor denen je nach Bedarf motorisierte große Fensterläden für Schatten sorgen. „Es war wirklich nicht einfach, eine Firma zu finden, die die Technik in dieser Größe anbietet“, sagt Architekt Marco Gierisch vom Potsdamer Ingenieurbüro S&P bei einer Baustellenbesichtigung am gestrigen Mittwoch. Innen steht bereits die Theke für die Essenausgabe. Man kann erahnen, wie lichtdurchflutet der auch als Aula dienende Speisesaal einmal sein wird, wenn die zwei komplette Wände bedeckenden Spanplatten einmal weg sind. 

Im Neubau entstehen sechs Klassenräume

Helle Räume für helle Köpfchen, so könnte man das Konzept hinter dem dreigeschossigen Anbau an die Geltower Meusebach-Grundschule zusammenfassen. Auch in den sechs künftigen Klassenzimmern, die sich im zweiten und dritten Stock des Hauses befinden, gibt es große Fensterfronten. Pro Etage sind zwei der Zimmer nur durch eine Trennwand geteilt und lassen sich so zu einem gut 120 Quadratmeter großen Raum etwa für den Sport- oder Musikunterricht zusammenfassen, wobei es direkt neben dem Neubau auf dem Schulcampus noch eine Sporthalle gibt. Pro Etage gibt es dazu einen Vorbereitungsraum für Lehrer sowie einen Raum für Förderunterricht. „Bisher muss der teils in abgeteilten Fluren geschehen“, beschreibt Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU). Die Raumnot an der Geltower Grundschule ist groß.

Der Verantwortlicher Verwaltungsmitarbeiter Andreas Sievert, Bauamtsleiterin Kerstin Murin, Bürgermeisterin Kerstin Hoppe und Architekt Marco Gierisch (v.l.). 
Der Verantwortlicher Verwaltungsmitarbeiter Andreas Sievert, Bauamtsleiterin Kerstin Murin, Bürgermeisterin Kerstin Hoppe...Foto: Enrico Bellin


Ursprünglich sollte der Neubau bereits zum neuen Schuljahr in Betrieb gehen. Wie berichtet hat der Starkregen des vergangenen Sommers jedoch für erhebliche Bauverzögerung gesorgt. Der Umzug der Schüler ist seither für die Winterferien 2020 geplant. Bis dahin müssen sie mit dem Altbau sowie Containern neben der Sporthalle vorlieb nehmen, die die Gemeinde gekauft hatte. Dort sind auch Kinder der benachbarten Kita untergebracht. Nach dem Umzug in den Winterferien soll dann ein Jahr lang der Altbau saniert werden. Nach Baukostensteigerungen geht das Rathaus von 9,5 Millionen Euro für Bau und Containerkauf aus. Noch könne der Kostenrahmen gehalten werden, sagt Bauamtsleiterin Kerstin Murin. Allerdings stehen in den kommenden Wochen fünf Ausschreibungen an. Sollten die Angebote der Baufirmen deutlich über den Kalkulationen liegen, könnten die Gesamtkosten noch einmal steigen.

Der Neubau ist ein halbes Geschoss höher

Besonders ungewöhnlich am Schulcampus ist der Höhenunterschied zwischen Neu- und Altbau: Die künftige Mensa ist 4,50 Meter hoch. Dadurch ist der Neubau, der direkt an den Anfang der 80er-Jahre errichteten Plattenbau Typ Erfurt angebaut ist, ein halbes Geschoss höher als der Altbau. Um das Problem zu lösen, wird ein Treppenhaus in der Platte abgerissen und durch ein neues ersetzt, welches beide Häuser verbindet. Auch der im Neubau untergebrachte Fahrstuhl ist direkt an die Grenze zum Altbau gebaut. Er hält dann faktisch auf jeder halben Etage und öffnet abwechselnd zum Neu- und zum Altbau hin. „Dadurch wird auch das bestehende Gebäude barrierefrei, ohne dass wir dort einen zusätzlichen Fahrstuhl brauchen“, so Architekt Gierisch. 

Der Neubau grenzt direkt an den bestehenden Plattenbau, ist aber ein halbes Geschoss höher.
Der Neubau grenzt direkt an den bestehenden Plattenbau, ist aber ein halbes Geschoss höher.Foto: Enrico Bellin


Auch beim Altbau sollen die Fenster vergrößert werden, die Fassade soll der des neuen Hauses angeglichen werden. „Sie werden nachher nicht mehr erkennen, welches das alte und welches das neue Haus ist“, so Kerstin Hoppe. Wenn im Winter 2021 die Sanierung des Altbaus abgeschlossen ist, stehen 19 große Räume zur Verfügung. Neben den zwölf Klassenräumen der zweizügigen Grundschule bleibt also genügend Platz etwa für Fachkabinette. Die Räume werden auch am Nachmittag genutzt. Die im vergangenen Schuljahr von 170 Schülern besuchte Schule ist eine verlässliche Halbtagsgrundschule mit Kursangebot nach dem eigentlichen Unterricht. 2015 hatte es die Schule bei der Auszeichnung zum Deutschen Schulpreis bundesweit unter die zehn besten Grundschulen geschafft.