Einbruch in Werders Therme : Ermittlungen dauern seit anderthalb Jahren an

Im November 2018 sind zwei Täter in die Haveltherme eingebrochen, noch immer ist unklar, wer es war. Die Ermittler haben jedoch einen interessanten Fund gemacht. 

Die Therme im Bau, aufgenommen im März diesen Jahres. 
Die Therme im Bau, aufgenommen im März diesen Jahres. Foto: Ottmar Winter PNN

Werder (Havel) - Die Ermittlungen zum Einbruch in die Werderaner Haveltherme dauern nach rund anderthalb Jahren noch immer an. Grund sei ein sehr komplexes Verfahren, sagte der leitende Oberstaatsanwalt der Potsdamer Staatsanwaltschaft, Wilfried Lehmann den PNN. Nachdem wie berichtet die Ermittlungen gegen einen mutmaßlichen Tatverdächtigen Anfang des Jahres  eingestellt worden waren, suche man jetzt nach einem neuen Unbekannten, so Lehmann. Denn weiterhin sei unklar, wer die beiden Männer auf dem Überwachungsvideo aus der Therme sind. Das Problem: Das Video hat eine sehr schlechte Qualität, und es endet abrupt, weil die Technik zerstört worden sein soll.  

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Im Fokus der Ermittler steht noch immer Meiko Rachimow, Mitglied der Wählergruppe Stadtmitgestalter und Thermenkritiker. „Es geht jetzt darum, ob wir seine Täterschaft feststellen oder ausschließen können“, so Lehmann. Die Ermittler würden dafür nun nach einer wissenschaftlichen Auswertungsmethode suchen. Gemeint ist die Auswertung des Videos. Rachimow selbst hatte vergangenes Jahr ein sogenanntes Identitätsgutachten erstellen lassen, das seine Unschuld bezeugen soll. Ein Gutachter bescheinigte ihm, dass seine Gesichtszüge und weitere Merkmale nicht mit denen des Mannes auf dem Video übereinstimmen würden. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass Rachimow das Gutachten bisher den Behörden nicht vorgelegt habe. Rachimow äußerte sich dazu auf Anfrage nicht. 

Taucher finden gestohlene IT-Technik in der Havel 

Unterdessen dauern auch die Ermittlungen gegen Werders 1. Beigeordneten Christian Große (CDU) wegen des Vorwurfs der falschen Verdächtigung an. Nachdem das Verfahren gegen einen der zwei mutmaßlichen Tatverdächtigen eingestellt worden ist, hat dieser Strafanzeige gegen Große gestellt. Die Beschuldigungen gegen den jungen Architekten aus Werder sollen nach Aussage seines Anwalts wesentlich auf Aussagen des Vizebürgermeisters bei der Kriminalpolizei zurückzuführen sein. 
 

Interessant ist auch, dass die Ermittler jüngst einen Großteil der geklauten IT-Technik in der Havel direkt neben der Thermenbaustelle gefunden haben. Die Spuren werden derzeit ausgewertet.

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