Potsdam-Mittelmark : Ein Wohnpark für Stücken?

Gemeinsame Landesplanung hält bis zu 40 Parzellen für möglich

Thomas Lähns

Michendorf · Stücken - Hat ein Wohnpark in Stücken Perspektiven? Vor 15 Jahren gab man sich in der damals noch eigenständigen Gemeinde optimistisch und hatte einen Erschließungsvertrag für ein Areal an der Seddiner Straße mit einem Investor aus Schleswig-Holstein unterschrieben. Dieser hatte im Gegenzug der Gemeinde über 160 000 Euro für Erschließungsarbeiten zur Verfügung gestellt. Unter anderem wurden von dem Geld in den Folgejahren die Kita und die Beelitzer und Seddiner Straße ausgebaut. 120 Eigenheime sollten hier entstehen.

Allerdings wurde das Vorhaben von Kreis- und Landesbehörden immer wieder ausgebremst. Bemängelt wurden handwerkliche Fehler bei der Planung in den Nachwende-Wirren. Nun hat die Gemeinsame Landesplanung Berlin/Brandenburg offensichtlich ihre Meinung geändert. Darüber informierte Bauamtsleiter Karl-Heinz Oed im Michendorfer Hauptausschuss am Montagabend. Demnach gebe es seit einem halben Jahr eine Stellungnahme der Behörde, der zufolge einer Planung nichts im Wege stehe, allerdings müsse die Größe des Vorhabens reduziert werden - von 35 bis 40 Parzellen ist jetzt die Rede. Die Großgemeinde Michendorf ist als Rechtsnachfolger der ehemals eigenständigen Stückener nun verpflichtet, den Vorentwurf für einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen und das Vorhaben damit zu unterstützen.

Der Hauptausschuss sprach sich dafür aus, dieser Verpflichtung nachzukommen, den Beschluss darüber fasst die Gemeindevertretung am 3. Juli. Die Konsequenzen, sollte Stücken tatsächlich massiven Zuwachs bekommen, sah Mitglied Hartmut Besch (FDP): „Die Kita müsste erweitert werden, das Jugendzentrum ebenfalls.“ Harry Basel (CDU) prophezeite Konflikte mit dem Wasser- und Abwasserzweckverband - immerhin sind die Stückener seit kurzem vom Anschlusszwang befreite Selbst-Entsorger, und mit so vielen neuen Nachbarn würde dem Verband ein beachtlicher Teil potenzieller Kanal-Netz-Nutzer verloren gehen. Eventuell entstehende Kosten an öffentlichen Einrichtungen müsste also auch der Investor übernehmen, so die einvernehmliche Forderung.

Bürgermeistern Cornelia Jung hob hervor, dass es sich lediglich um einen Vorentwurf handelt. Dass letztendlich wirklich neue Häuser in Stücken aus dem Boden schießen werden, wurde seitens des Gremiums bezweifelt. Thomas Lähns