Ehemaliges Penta-Hotel in Teltow : Ein Hotel auch für die Nachbarn

Das Ginn-Hotel am Teltowkanal will auch Angebote für Anwohner bieten: Der Steg soll reaktiviert werden und eine Beach Bar ist ebenfalls geplant.

Die Lage des ehemaligen Pentahotels an der Rammrathbrücke möchte Ginn-Hotels ausnutzen. So soll der Bootssteg wieder in Betrieb gehen und der Außenbereich mit großer Terrasse, Garten und Spielplatz sowie im Sommer mit einer Beach Bar neu gestaltet werden. 
Die Lage des ehemaligen Pentahotels an der Rammrathbrücke möchte Ginn-Hotels ausnutzen. So soll der Bootssteg wieder in Betrieb...Foto: Andreas Klaer

Teltow - Noch hallen laute Bohrgeräusche durch die Räume und laufen die Arbeiter eilig durch die Gänge: In nur wenigen Wochen soll alles fertig sein, müssen die Zimmer neu eingerichtet, die neuen Fenster eingebaut und die Fassade neu gemacht werden. Im ehemaligen Pentahotel in Teltow, direkt an der Rammrathbrücke, zieht das Ginn-Hotel ein. Im April soll die Eröffnung sein.

Die neue und noch im Aufbau befindliche Hotelkette wurde von Aleksej Leunov ins Leben gerufen, der bereits mit seinen Gold Inn-Hotels in Berlin bekannt geworden ist. Statt Standard-Business setzt das Ginn-Hotel auf Nachhaltigkeit mit digitaler Technik, wie Florian Lück, Verkaufs- und Marketingdirektor, erzählt. In Teltow sollen sich neben Touristen, Firmen und Businesskunden vor allem auch die Menschen der Region willkommen fühlen.

Große Lounge, in der auch Sport übertragen werden soll

Das Hotel an der Warthestraße wurde nach der Wende gebaut. Bis 1994 wurde es unter dem Namen Ramada geführt, danach als Courtyard by Marriott. Ab Juni 2011 zog das Pentahotel ein. Im September vergangenen Jahres wurde es jedoch geschlossen. Mit dem Verpächter konnte sich der neue Betreiber schnell einigen. Bereits am 1. Dezember wurde der Schlüssel übergeben.

Lück sei nach anfänglicher Skepsis bei seinem ersten Besuch vor Ort begeistert gewesen. Die insgesamt 13 Veranstaltungsräume und die großen Außenflächen direkt am Teltowkanal böten viele Möglichkeiten etwa für Events und Feiern. An der Bar, die direkt an die Rezeption angrenzt, können die Gäste einen Drink nehmen oder es sich im großen offenen Loungebereich gemütlich machen. Dort könnten auch Sportevents übertragen werden. „Der Loungebereich hat viele Gäste aus der Region angesprochen“, sagt der erfahrene Hoteldirektor Sebastian Augustin, der seit Anfang Januar dabei ist. Die Lounge wurde bereits vom früheren Pentahotel errichtet und soll nur ein paar wenige Schönheitskorrekturen erhalten. 

Neue Hotelbetreiber: Sebastian Augustin (links) und Florian Lück haben viele Ideen.
Neue Hotelbetreiber: Sebastian Augustin (links) und Florian Lück haben viele Ideen.Foto: Andreas Klaer

Im Hotel sollen Familienfeiern stattfinden

Der große Billardtisch, der Augustin zufolge auch von den Teltowern gerne bespielt wurde, wird bleiben. Der gebürtige Potsdamer wohnt mit seiner Familie in Geltow und hat in der Region seinen Hotelfachmann gemacht. Zuvor war er für NH-Hotels tätig, auch im Pentahotel in Teltow hat er ein Jahr gearbeitet. Er kennt die Vorteile des Hauses, die er nutzen möchte. „Unser wichtigster Bereich sind die Geschäftskunden und die Tageskunden.“ Doch auch die Einwohner dürfe man nicht vergessen. „Wir wollen Familienfeiern anbieten. Die Leute sollen hier schön Essen gehen können, ihre Silberhochzeit oder Geburtstage feiern.“

Insgesamt verfügt das Hotel über 198 Zimmer und Suiten. Eine Nacht soll durchschnittlich etwa 89 Euro mit Frühstück kosten. Wegen der vielen Tagungsräume können Veranstaltungen für bis zu 300 Personen angeboten werden. Neben dem Restaurant, der Bar, dem Loungebereich und der Terrasse gibt es einen Wellnessbereich sowie einen Fitnessraum.

Die Hotelkette setzt auf Nachhaltigkeit

Bereits in der Planungsphase für die Hotelgruppe habe man vor fünf Jahren beschlossen, die Kette so weit wie möglich nachhaltig zu gestalten, so Lück. Angefangen von ausgesuchten Baufirmen mit geringem Kohlendioxidausstoß über Materialien wie abbaubare Maisfaserteppiche und recyclebare Farben oder dem Interieur aus Holzmöbeln. Im März vergangenen Jahres wurde bereits das erste nachhaltige Ginn-Hotel im Hamburger Elbspeicher eröffnet.

Auch im Betrieb achte man auf Nachhaltigkeit, so Lück. So werde zum Beispiel weitestgehend auf Papier verzichtet, Plastikstifte gibt es nicht. Und vor allem: Das Hotel ist vegetarisch. Die nachhaltigen Aspekte werden auch in Teltow umgesetzt. Ganz fleischlos soll das Hotel an der Rammrathbrücke allerdings nicht werden, sagt Lück. Es werde nur wenige, dafür aber besondere Fleischprodukte geben. „Wir haben überlegt, dass wir beim Frühstück eine nur kleine, aber dafür hochwertige Fleischauswahl aus der Region anbieten.“ Und auch à la Carte wird es entsprechend ausgewähltes Fleisch geben. Die Küche solle gut, aber bodenständig und nicht abgehoben sein. Und vor allem regional und saisonal.

Die Zimmer sollen eine neue Inneneinrichtung bekommen.
Die Zimmer sollen eine neue Inneneinrichtung bekommen.Foto: Andreas Klaer

Beach Bar am Teltowkanal

Besonders schön soll der Außenbereich werden. Noch ist der Garten von Wildschweinen zerwühlt. Doch nach der kompletten Neugestaltung sollen dort im Sommer die Gäste ihr Eis direkt am Teltowkanal genießen können. Auch ein Spielplatz und eine Beach Bar sollen entstehen. Außerdem soll der Bootsanleger wieder in Betrieb genommen werden, wie Lück erzählt. Eine Idee, die gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) entstanden sei.

Mit der Stadt und der benachbarten Marina Teltow gebe es eine Kooperation. „Die Gäste können sich Boote ausleihen und ohne Bootsführerschein auf dem Teltowkanal vom Hafen bis zum Steg fahren“, sagt Lück. Auch Hochzeitsgesellschaften könnten das Angebot nutzen. Außerdem wird eines der Schiffe der Stern und Kreisschifffahrt, das einmal in der Woche aus Berlin bis zur Havel fährt, am Steg des Hotels anlegen. Lück ist zurzeit mit dem Unternehmen im Gespräch, um die Fahrten auszuweiten und mehrmals in der Woche zu ermöglichen. „Wir haben hier viele Möglichkeiten, die wir unbedingt nutzen und ausprobieren möchten.“ Das einzige Manko ist die noch zwei Jahre andauernden Arbeiten an der gesperrten Rammrathbrücke, durch die das Hotel nur von der nördlichen Teltowkanalseite für Autofahrer erreichbar ist. „Aber auch das werden wir hinbekommen“, ist sich Lück sicher.

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