Potsdam-Mittelmark : Drastischer Nachtzuschlaggefordert Höhere Gebühren für spätere Flüge am BBI

Thomas Lähns

Potsdam-Mittelmark - Hohe Gebühren für späte und laute Flüge – auf diesem Wege will die Bürgerinitiative „Fluglärmfreie Havelseen“ die befürchteten Nachtflüge am künftigen Großflughafen BBI eindämmen. In einem Antrag an die Fluglärmkommission, die am 14. März das nächste Mal tagt, wird vorgeschlagen, dass die Fluggesellschaften bei lauten Flugzeuge stärker zur Kasse gebeten werden – und das vor allem nachts. Laut dem Entwurf der Initiative soll zum Beispiel ein Flieger, der 80 Dezibel Lärm verursacht, mit 600 Euro Gebühren pro Flug am Tage belegt werden. Nachts würde die Summe dann gestaffelt steigen: Ab 22 Uhr um 100 Prozent teurer, ab 22.30 Uhr um 200 und in der Zeit zwischen 23.30 Uhr und 5.30 Uhr sogar um 400 Prozent.

Diese Vorschläge würden jedoch nicht das seit geraumer Zeit geforderte generelle Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr relativieren, unterstrich Peter Kreilinger, Sprecher der Bürgerinitiative, gestern gegenüber den PNN. Als Plan B wollen die Bürger aber durch die Gebühren den Einsatz der Flugzeugtypen steuern: Ziel sei es, „dass Fluggesellschaften für den BBI bevorzugt ihr moderneres Fluggerät zum Einsatz bringen“. Dafür müsse man die Flugzeugtypen in detailliertere Lärmklassen einteilen und die Lärmzuschläge erhöhen, so die Bürgerinitiative. Bislang würden die Flieger am BBI in sieben Lärmklassen eingeteilt, von denen die vier niedrigeren mit Gebühren zwischen 33 und 67 Euro belegt werden. Das sei zu wenig, argumentiert die Bürgerinitiative. Ihr Entwurf sieht auch für Tagflüge Zuschläge zwischen 220 Euro (ab 70 Dezibel) bis 4500 Euro (ab 80 Dezibel) vor. Für Flugzeuge, die lauter als 90 Dezibel sind, müssten 10 000 Euro gezahlt werden.

Gleichzeitig erklärte die Bürgeriniative gestern, dass sie dem „Bündnis Berlin-Brandenburg gegen die neuen Flugrouten“ beigetreten ist. Es sei wichtig, dass sich jene Regionen, die mit Fluglärm konfrontiert werden, geschlossen und miteinander für bessere Flugrouten einsetzen. Thomas Lähns