Digitale Mitbestimmung : Werder startet Plattform für Bürgerbeteiligung

Die Werderaner können sich ab sofort digital bei wichtigen Entscheidungsprozessen in ihrer Kommune einbringen. Die Stadt hat dafür extra eine neue Plattform geschaffen.

Die Werderaner können auf der Plattform jetzt den neuen Vekehrsentwicklungsplan mitgestalten. 
Die Werderaner können auf der Plattform jetzt den neuen Vekehrsentwicklungsplan mitgestalten. Foto: Lisa Ducret/dpa (Symbolbild)

Werder (Havel) - Die Stadt Werder (Havel) hat gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein Liquid Democracy eine neue Plattform für Bürgerbeteiligung gestartet. Wie die Stadtverwaltung mitteilte können sich die Werderaner damit digital bei kommunalen Entscheidungsprozessen einbringen. 

Werderaner können ihren Verkehrsentwicklungsplan mitgestalten

Eine erste Mitgestaltungsmöglichkeit gibt es bereits: So können die Werderaner ab sofort auf der Plattform Hinweise zur Fuß- und Fahrradwegeinfrastruktur abgeben. Sie sollen in den Verkehrsentwicklungsplan einfließen, der derzeit von der Firma PST fertiggestellt wird (PNN berichtete). Dafür können die Werderaner auf der Plattform auf einer Karte angeben, an welchen Orten in der Stadt sie Veränderungen im Bereich der Fuß- und Radwege für nötig halten. Sie können dann das Problem mit einem eigenen Text näher beschreiben und, wenn sie möchten, auch mit konkreten Fotos belegen. Auch Verbesserungsvorschläge können sie machen.

„Das System ist neu und wir freuen uns darauf, mit den Bürgerinnen und Bürgern weitere Erfahrungen im Bereich der Onlinebeteiligung sammeln zu können“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Ein guter Start dafür sei bereits die Online-Umfrage zur Gestaltung des zukünftigen Baumblütenfestes gewesen. „Mit der Corona-Pandemie haben wir uns auf die Suche nach Instrumenten begeben, um solche Verfahren der Onlinebeteiligung verstetigen zu können", so Saß. Die Bürgermeisterin hofft auf rege Beteiligung der Werderaner. Trotz Corona-Pandemie liefen nicht nur bei der Einwohnerbeteiligung, sondern auch in den meisten anderen kommunalen Bereichen die Arbeits-, Planungs- und Entwicklungsprozesse weiter, so Saß. 

Auch Beteiligungsverfahren zur Baumblüte über Plattform geplant

Wie der Referent für Einwohnerbeteiligung, Linus Strothmann, erklärte, sei schon länger eine Fahrradaktion mit Onlineumfrage zu dem Thema Fahrradwegeinfrastruktur geplant gewesen. „Weil durch die Corona-Krise aber bis zum Sommer keine größeren Veranstaltungen durchgeführt werden können, haben wir entschieden gleich eine Plattform zu nutzen, die auch für andere Onlineformate genutzt werden kann“, so Strothmann. Auch das abschließende  Beteiligungsverfahren zum Baumblütenfest könne über die Plattform laufen. „Für den Abschluss des Verfahrens war ursprünglich geplant, im Mai das neue Konzept in einer öffentlichen Veranstaltung vorzustellen und ein letztes Mal Feedback aus der Einwohnerschaft dazu einzuholen", so Strothmann. Stattdessen werde das nun Online möglich sein, sobald das Konzept für das Baumblütenfest im kommenden Jahr steht.

Auf der Plattform müssen sich die Nutzer mit einer E-Mail-Adresse anmelden. Man könne sich sowohl mit Klarnamen oder einem Pseudonym anmelden. Das sei jedem Teilnehmer selbst überlassen.  Die Onlinebeteiligung zum Thema Fuß- und Radweginfrastruktur läuft noch bis zum 4. Juni. 

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