Potsdam-Mittelmark : Die Mäuseburg ist vorbildlich

Stahnsdorfer Gymnasiasten untersuchen den Energieverbrauch der Tagesstätte

Auf heißer Spur. Milena Neumann (l.) und ihre Mitschülerinnen bei der Arbeit.
Auf heißer Spur. Milena Neumann (l.) und ihre Mitschülerinnen bei der Arbeit.Foto: Eb

Stahnsdorf - Schüler der achten Klassen des Vicco-von-Bülow-Gymnasiums in Stahnsdorf haben am Montag den Energieverbrauch der Stahnsdorfer Kita Mäuseburg unter die Lupe genommen. Im Rahmen der „Mission Energiesparen“, die die Erdgas Mark Brandenburg (EMB) zum vierten Mal ausgerufen hat, untersuchten sechs Jugendliche die 13 Gruppenräume der Tagesstätte.

„Hier wird viel Strom gespart, da gibt es kaum Verbesserungsvorschläge“, konstatiert Steffen Kurenbach aus der 8b. Mit zwei Mitschülern hat er die Räume nach versteckten Stromfressern abgesucht. „Alle Lampen sind Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren, das ist vorbildlich.“ Auch Milena Neumann, die gemeinsam mit zwei Mitschülerinnen der 8c die Wärmetechnik untersuchte, ist zufrieden. „Wir achten darauf, dass in der Kita keine Wärme verloren geht, zum Beispiel durch offene Fenster bei aufgedrehter Heizung.“ Wichtig sei auch, dass die Heizung am Wochenende abgedreht wird. Außerdem wird die Kita zu einem Drittel mit einer Fußbodenheizung beheizt. „Das spart Energie, da die Heizungsfläche größer ist und die Temperatur der Anlage nicht so hoch sein muss“, klärt Uwe Meyer, Regionalbereichsleiter der EMB, die Schüler auf.

Einen Verbesserungsvorschlag haben die Schüler jedoch: Der Strom, den die vor drei Jahren installierte Solaranlage liefert, sollte vor Ort verbraucht werden statt wie bisher ins kommunale Netz eingespeist. „Das liegt aber nicht in unserer Hand, sondern an Entscheidungen der Gemeindeverwaltung“, sagt Kita-Leiterin Heike Jankowski. Kleinere Vorschläge, welche die Schüler in den nächsten Wochen im Projekt erarbeiten, werde sie aber gern umsetzen.

Die Physiklehrerin Carola Wundke ist vom Projekt angetan: „Momentan unterrichten wir Elektrizitätslehre, da passt die praktische Erfahrung in der Kita gut ins Programm.“ Einen Großteil der Arbeit übernehmen die Schüler dabei in Eigenleistung. So mussten sie in einer ersten Stufe zu Hause nach verdeckten Energiefressern schauen. „Dabei haben die Schüler entdeckt, das Computer und Fernseher im Standby-Modus für bis zu 30 Euro im Jahr Strom verbrauchen“, sagt die Physiklehrerin.

Im Wettbewerb „Mission Energiesparen“ stehen die Stahnsdorfer derzeit auf Platz drei bei 17 teilnehmenden Klassen. Eine Jury wird im Februar sechs Finalisten bestimmen, die dann ein neues Projekt erstellen müssen. Im Vorjahr sollten die Jugendlichen einen Klub nach ökologischen Maßstäben entwerfen, dessen Modell dann bewertet wurde. Der Sieger bekommt 3000 Euro für die Klassenkasse, insgesamt wird ein Preisgeld von 7000 Euro an die Teilnehmer ausgezahlt.

Das Projekt wird von der BUND-Jugend Brandenburg und der Zukunftsagentur Brandenburg unterstützt, Schirmherrin ist Bildungsministerin Martina Münch. Enrico Bellin