• Die Lage in Potsdam-Mittelmark: Weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

Die Lage in Potsdam-Mittelmark : Weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

Inzwischen acht Infizierte in der Mittelmark. Die Kreis-Verwaltung schränkt Erreichbarkeit ein. Es werden neue Teststellen eröffnet.

Auch in Bad Belzig und Teltow sollen bald Teststellen für den Corona-Abstrich öffnen.
Auch in Bad Belzig und Teltow sollen bald Teststellen für den Corona-Abstrich öffnen.Foto: Uwe Anspach/dpa (Symbolbild)

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es nun (Stand 18.03.2020, 13 Uhr) acht bestätigte Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus. Wie Kreissprecherin Andrea Metzler am Dienstag auf PNN-Anfrage sagte, wurde am Dienstag bei einem Mann aus dem Raum Treuenbrietzen das Virus festgestellt. Zum Fall einer Schülerin aus dem Raum Treuenbriezen/Brück, die mit Fieber von einer Sprachreise aus Paris wiederkam, gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Erst am Mittwoch rechnet die Amtsärztin mit einem Testergebnis. Weiterhin sind laut Kreisverwaltung derzeit 80 Mittelmärker in häuslicher Isolation.

Bisher konnten Abstriche für Corona-Tests im Landkreis nur am Klinikum Treuenbrietzen vorgenommen werden, auch das Potsdamer Ernst-von-Bergmann-Klinikum kümmerte sich um Tests an Mittelmärkern. In Treuenbrietzen wurde wie berichtet ein Zelt vor dem Klinikum für die Tests aufgebaut, damit mögliche Corona-Infizierte keinen Kontakt zu anderen Patienten haben. Die Öffnungszeiten der Teststelle dort werden nun ausgeweitet: Bisher wurden Abstriche Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr genommen, nun auch montags und mittwochs von 14 bis 16 Uhr. Während an Wochenenden bisher nicht getestet wurde, wird dies nun jeweils von 11 bis 12 Uhr. An Wochenenden ist dafür laut Kreisverwaltung zwingend eine Überweisung vom Hausarzt nötig. Bis auf weiteres gilt in dem von den Johannitern betriebenen Krankenhaus ein Besuchsverbot.

Eine zweite Teststelle hat am Dienstag, 17. März 2020, am Klinikum in Kloster Lehnin eröffnet, wie die Verwaltung mitteilte. Am Mittwoch soll wie berichtet in der Turnhalle des Werderaner Ernst-Haeckel-Gymnasiums eine zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Atemwegserkrankungen öffnen, auch dort werden laut Kreisverwaltung Abstriche zum Test auf das Coronavirus genommen.

Weitere Testzentren sollen noch in dieser Woche in Bad Belzig und Teltow eröffnet werden. In Teltow soll die Teststelle am Medizinischen Versorgungszentrum in der Potsdamer Straße 48 entstehen, so Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert. Wann genau sie öffnen soll, ist noch unklar, da noch Absprachen mit der Diakonie laufen. Sie soll Betreiberin sein. Auch wo genau am Gebäude das Testzentrum eingerichtet werden soll, sei noch in Klärung. In der Kreisstadt Bad Belzig ist das an einer Hausarztpraxis geplant, so Andrea Metzler. Die Stelle entstehe in Zusammenarbeit mit dem Ernst-von-Bergmann-Klinikum, welches auch das Krankenhaus der Stadt betreibt.

Nachdem bereits Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (SPD) und Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) im Homeoffice arbeiten, da sie Anfang März in Österreich waren, ist am Dienstag bekanntgeworden, dass auch Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) seit dieser Woche im Homeoffice ist. Laut Gemeindeverwaltung ist ein Familienmitglied am Sonntag aus einem Risikogebiet zurückgekehrt. Deshalb bleibe Albers nun 14 Tage zuhause. Per Audio- und Videotelefonie steht er laut Pressemitteilung in regelmäßigem Kontakt mit seinen Mitarbeitern.

Nachdem seit Dienstag bereits die Rathäuser der mittelmärkischen Städte und Gemeinden weitestgehend für den Publikumsverkehr geschlossen wurden, schränkt nun auch die Kreisverwaltung ihre Erreichbarkeit ein. Persönliche Vorsprachen sollten ab sofort nur noch in dringenden Fällen und nur mit Termin erfolgen, teilte die Kreisverwaltung am Dienstag mit. „Ohne Terminbestätigung sind die Dienststellen der Kreisverwaltung derzeit für Besucher nicht zugänglich.“

Auch die Filialen des Jobcenters Maia fallen unter diese Regelung. Mailadressen sowie die einzelnen Telefonnummern der Fachdienste stehen auf der Internetseite www.potsdam-mittelmark.de oder sind an der allgemeinen Hotline der Verwaltung unter Tel.: (033841) 91800 zu erfragen. Für spezielle Fragen zum Coronavirus bleibt die entsprechende Hotline der Verwaltung unter Tel.: (033841) 91111 täglich von 9 bis 14 Uhr erreichbar.

Wer Unterlagen abgeben möchte, soll diese per Post verschicken oder direkt in die Postkästen der entsprechenden Verwaltungen legen, hieß es.

Im Fachbereich Soziales will sich die Verwaltung auf die Bearbeitung wichtiger Anliegen zur Daseinsvorsorge konzentrieren. Dazu gehörten die Bewilligung und Auszahlung von Sozialleistungen und die Gewährleistung des Kinderschutzes durch das Jugendamt.

Hohen Publikumsverkehr gibt es normalerweise bei der Zulassungsbehörde für Kraftfahrzeuge. Der Kreis empfiehlt, für solche Anfragen einen Zulassungsdienst zu beauftragen, wie ihn manche Autohäuser anbieten. Terminanfragen seien auch unter [email protected] möglich.

Kai-Uwe Schwinzert zufolge soll es am Mittwochmorgen erneut ein Treffen der Fachbereichsleiter und des stellvertretenden Landrates geben, in der auch eine Allgemeinverfügung zu den neuen Regelungen des Landes zu Geschäftsschließungen erarbeitet werden soll.


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