Die Corona-Lage in Potsdam-Mittelmark : Vorerst keine Schnelltests im Landkreis

Der Bund-Länder-Beschluss für einen kostenlosen Schnelltest pro Person und Woche wird im Landkreis Potsdam-Mittelmark vorerst nicht umgesetzt. Auf der Landkreis-Internetseite werden Bürger darauf hingewiesen, dazu am besten auch keine Fragen zu stellen.

Schnelltests wie hier in Berlin wird es in Potsdam-Mittelmark vorerst nicht geben
Schnelltests wie hier in Berlin wird es in Potsdam-Mittelmark vorerst nicht gebenFoto: dpa

Bad Belzig - Bürger des Landkreises Potsdam-Mittelmark werden wohl noch eine Weile auf staatlich geförderte Corona-Schnelltests warten müssen. Landkreissprecherin Andrea Metzler bestätigte am Montag auf PNN-Anfrage, dass es bisher keinerlei Überblicksliste gebe, wo Schnelltests angeboten werden könnten. Man habe noch Abstimmungsbedarf mit den Kommunen, zumal auch noch keine amtlich bekannt gemachte Testverordnung des Bundes vorliege. Auch viele Fragen seien noch offen, zum Beispiel um einen „Testtourismus“, wie sie es ausdrückte, zu verhindern.

Der Landkreis fürchtet Kontrollverlust

Bekanntlich will der Bund jedem Bürger seit Montag einen Schnelltest finanzieren – allerdings ist aus Sprecherin Metzlers Sicht keine Kontrolle darüber möglich, ob nicht ein Mittelmärker innerhalb einer Woche zwei oder mehr verschiedene Apotheken zum Testen ansteuert. „Wer soll das kontrollieren, wer die Personalien aufnehmen“, fragte sie mit Blick auf den Datenschutz. Auch die Tests an sich habe man noch nicht vorliegen – und es hätten sich auch nur wenige Apotheken bisher bereit erklärt, sich an dem Schnelltestprogramm zu beteiligen.

Laut einer Liste der Landesapothekerkammer sind das im Landkreis die Teltower Apotheken im Gesundheitszentrum an der Potsdamer Straße und im Real-Markt an der Oderstraße, die Stahnsdorfer Apotheke in der Wannseestraße und die Michendorfer Klee-Apotheke in der Luckenwalder Straße. Dazu kommen die Obstland-Apotheke in der Luise-Jahn-Straße in Werder (Havel) und die Sonnen-Apotheke in Bergholz-Rehbrücke, Zum Springbruch. 

Bereits am Freitag hatte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) erklärt, „von heute auf morgen jedem Menschen in Brandenburg einen Schnelltest anzubieten einmal die Woche – das ist nicht zu administrieren.“ Auf der Internetseite des Landkreises hieß es, man bitte Bürger von Anfragen zu diesem Thema „abzusehen“. Bekanntlich hatte es schon mehrfach Kritik am Corona-Kurs des Landkreises gegeben.

Anfragen zum Thema unerwünscht

Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) räumte in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Landtag ein, die Schnelltests seien in Brandenburg noch nicht überall erhältlich – trotz der begonnenen Lockerungen. Das Angebot sei „noch in keinster Weise flächendeckend vorhanden“. 

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Bisher habe sich lediglich rund ein Achtel der Apotheken in Brandenburg grundsätzlich bereiterklärt, Schnelltests anzubieten. Nonnemacher wies auch darauf hin, dass für bestimmte Terminvereinbarungen das Zeugnis des Schnelltests vorgelegt werden müsse.

Inzidenz bei 36

Derwelt ist zumindest die Zahl der erkannten Corona-Fälle in der Mittelmark gesunken: Die sogenannte Sieben-Tage- Inzidenz, die die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche dokumentiert, liegt bei 36, vor einer Woche betrug der Wert über 57. Insgesamt sind im Landkreis bislang 168 Menschen in Zusammenhang mit Corona verstorben.

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