Potsdam-Mittelmark : Dicke Luft in Geltow

Grüne von Potsdam und Mittelmark gründen AG Verkehr und diskutieren über City-Maut in Potsdam

Andreas Koska

Werder (Havel) - Die Grünen von Potsdam und Potsdam-Mittelmark haben eine gemeinsame Arbeitsgruppe zum Thema Verkehr gegründet, Hintergrund ist vor allem die Situation rund um die Potsdamer Zeppelinstraße. Besonders der Grünen-Ortsverein Schwielowsee befürchtet eine stärkere Lärm- und Luftbelastung in Geltow durch die Pförtnerampeln in Potsdam.

Aus Werder und Schwielowsee gibt es seit der Einführung der Pförtnerung Proteste, regelmäßig kommt es zu massiven Rückstaus bis in den Schwielowsee-Ortsteil hinein. Mit der angekündigten Verengung der Zeppelinstraße könnte es noch schlimmer werden, Alternativen sind gefragt. Auch deshalb wurde bei der Kreismitgliederversammlung der mittelmärkischen Grünen am Dienstag in Werder die neue Arbeitsgruppe gegründet. „Wir wollen Positionen ausarbeiten, die von beiden Seiten getragen werden können“, so Dirk Hebenstreit.

Der kommissarische Vorsitzende der mittelmärkischen Grünen stellte ein in Vorgesprächen erarbeitetes Positionspapier vor. Darin wird der Ausbau von Park-and-ride-Plätzen zum Beispiel am Bahnhof Ferch-Lienewitz und Caputh-Geltow gefordert. Eine Taktverdichtung bei den Bahnen und Bussen gehört ebenso dazu wie eine Ankopplung der Züge der RB21 an den RE1, um ohne Umsteigen nach Berlin zu kommen.

Auch eine Fusion des Potsdamer Verkehrsbetriebs mit den beiden kreiseigenen Verkehrsgesellschaften wird bei den Grünen diskutiert. Der Grüne Kreistagsabgeordnete Henry Liebrenz, Mitglied im Verkehrsausschuss, sieht dafür zurzeit wenig Chancen, „da wir gerade mit der Entflechtung der Havelbus-Gesellschaft beschäftigt sind“.

Die Werderaner Stadtverordnete Ilona Klapper würde sich eine Schnellbuslinie in Richtung Potsdam wünschen. Zumindest eine Taktverstärkung der Linien 631 und 580, die zwischen Werder und Potsdam verkehren, könnte sich Melanie Gäbler vom Fachdienst Verkehrsmanagement des Landkreises vorstellen: „Allerdings ist dies eine Frage der Finanzierung und der Parallelverkehre in Potsdam.“

Peter Schüler, Fraktionschef der Potsdamer Bündnisgrünen, meint, dass die Verkehrssituation in Potsdam auf Dauer ein Problem bleiben wird, „auch wenn wir gerade beim Fahrradverkehr einiges erreicht haben“. Den radikalsten Lösungsvorschlag machte die Langerwischer Grüne Elisabeth Schrödter. „Wie wäre es mit einer City-Maut wie in London? Dies würde tatsächlich viele von der Einfahrt nach Potsdam abhalten“, ist sie überzeugt.

Sie forderte, dass in der neuen AG nicht nur die Situation an der B1 betrachtet wird, sondern auch an anderen Zufahrten in die Landeshauptstadt. „Es ist eine Ideensammlung, jetzt gilt es, Mehrheiten zu suchen und das eine oder andere umzusetzen, ohne Denkverbote“, betonte Hebenstreit zum Abschluss der Diskussion, Maut inklusive. Andreas Koska