Potsdam-Mittelmark : Der Tannenhof will wachsen

Ab sofort kann man in Werder seinen Weihnachtsbaum schlagen. Schon im nächsten Jahr könnte es dort eine neue Halle geben.

Auch außerhalb der Adventszeit will der Tannenhof Feiern veranstalten. 
Auch außerhalb der Adventszeit will der Tannenhof Feiern veranstalten. Foto: Andreas Klaer

Plessow - „Baum fällt!“, rufen die Kinder laut. Die mehr als zwei Meter große Nordmanntanne neigt sich bereits gefährlich zur Seite. Mit einem Sprung kann sich ein im Weg stehender Journalist noch vor dem umstürzenden Baum retten. Am Donnerstag hat Forstminister Jörg Vogelsänger (SPD) gemeinsam mit Werders 1. Beigeordneten Christian Große (CDU) auf dem Werderaner Tannenhof im Ortsteil Plessow die Weihnachtsbaumsaison eröffnet und, wie es Tradition ist, gemeinsam den ersten Baum für das SOS Kinderdorf in Brandenburg/Havel geschlagen.

Auf dem Tannenhof des Ehepaares Gerald Mai und Karin Lorenz werden seit 1991 Weihnachtsbäume angepflanzt. Heute gehört er mit seinen knapp 60 Hektar Anbaufläche zu den größten Tannenplantagen in Brandenburg. Wie berichtet plant die Familie Mai/Lorenz seit Längerem eine Erweiterung ihres Betriebes. Bereits 2018 hatten die Stadtverordneten der Aufstellung eines Bebauungsplanes zugestimmt. Unter anderem soll der Hofladen, in dem in der Vorweihnachtszeit Weihnachtsschmuck, Lichterketten und Weihnachtsbaumständer oder auch Tannenlikör und Tannenhonig aus eigener Produktion angeboten werden, in ein neues Gebäude umziehen. „Der Laden ist einfach zu klein“, sagt Karin Lorenz. In dem bisherigen Laden soll in der Zukunft ein Hofcafé eingerichtet werden. „Damit die Gäste sich in der kalten Winterzeit aufwärmen können“, so Lorenz. In die noch zu bauenden neuen Gebäude soll neben dem vergrößerten Hofladen auch Gastronomie einziehen. Außerdem ist ein Raum geplant, in dem sich Kinder kostümieren oder Weihnachtsdekoration basteln können. Zudem soll ein Raum für die Mitarbeiter entstehen, in dem sie unter Dach die Bäume für den Verkauf fertig machen können und vor der Witterung geschützt sind.

Gerald Mai.
Gerald Mai.Foto: Andreas Klaer

Mit dem neuen Gebäude will der Familienbetrieb auch außerhalb der Vorweihnachtszeit ein größeres Angebot für Veranstaltungen schaffen. Der Gastronomiebereich könnte etwa für Events wie die Landpartie Brandenburg oder auch für private Feiern wie etwa Hochzeiten, genutzt werden, sagt Lorenz. „Wir haben schon sehr viele Anfragen bekommen.“ Auch Schulen, die keine große Aula besitzen, könnten ihre Abschlussfeiern in dem neuen Gebäude veranstalten, so Lorenz. Auf einer weiteren Fläche sollen den Plänen zufolge außerdem Freizeitangebote geschaffen werden, etwa ein Bauspielplatz oder ein Soccer-Golf-Spielfeld. „Man muss den Besuchern auch etwas Neues bieten können“, sagt Lorenz. Das Soccer-Golf, eine Art Minigolf mit Fußball, könnte zwischen Bäumen gespielt werden. Für die Saisonkräfte soll zudem ein Haus mit zehn Zimmern, Sanitäranlagen und einer Gemeinschaftsküche entstehen. Derzeit arbeiten rund zehn feste Mitarbeiter auf dem Tannenhof. In der Saison kommen bis zu 100 Kräfte hinzu, die beim Schlagen und dem Verkauf der Bäume helfen. „Eine Wohnung vor Ort ist für die Saisonarbeitskräfte sehr wichtig“, sagt Gerald Mai. Die Familie hofft, dass im nächsten Jahr der Bebauungsplan fertig ist und die Baugenehmigung beantragt werden kann. „Vielleicht werden wird dann schon im nächsten Jahr oder 2021 die Weihnachtsbaumsaison in den neuen Räumen eröffnen können“, sagt Mai.

Mit den Plänen will sich der Tannenhof Werder langfristig als ganzjähriger Erholungs- und Veranstaltungsort entwickeln. „Wir wollen unseren Betrieb auch für die Zukunft sichern“, so Mai. Bereits in diesem Jahr habe es wieder einige Veränderungen auf dem Hof gegeben. So wurde die Bewässerungsanlage erweitert und ein neuer Brauchwasseranschluss verlegt, so dass alle Jungpflanzen mit dem günstigen Wasser aus dem nahen Glindower See gut versorgt werden können.

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Service

Ab sofort können auf der Plantage des Tannenhofes Werder an der Lehniner Chaussee 19 in Plessow die schönsten Weihnachtsbäume ausgesucht und selbst geschlagen werden. Geöffnet ist immer täglich von 9 bis 17 Uhr, auch an den Sonntagen. Sogar am Heiligabend ist von 9 bis 12 Uhr geöffnet, dann werden jedoch nur noch bereits geschlagene Bäume angeboten. Die Preise sind im Vergleich zum Vorjahr ein bisschen gestiegen. Eine zwei Meter große Nordmanntanne kostet auf dem Tannenhof 48 Euro. Günstiger sind noch die Fichten- und Kiefernsorten die 36 Euro bei zwei Metern kosten. Die Bäume des Hofes werden ab sofort auch an den mehr als 30 Verkaufstellen zwischen Rostock und Halle verkauft, etwa am Lustgarten und auf dem Johannes-Kepler-Platz in Potsdam. Der Landesbetrieb Forst Brandenburg veröffentlicht auf seiner Webseite www.forst.brandenburg.de unter dem Stichwort „Weihnachtsbauminformation“ seine Termine zum Baumschlagen.