Corona-Ausbruch in Stahnsdorf : 275 Geflüchtete unter Quarantäne

Eine Familie aus dem Stahnsdorfer Übergangswohnheim musste in Potsdamer Krankenhäuser aufgenommen werden, sechs Menschen sind infiziert. Nun stehen alle Bewohner unter Quarantäne.

Im Stahnsdorfer Wohnheim wurde bei bisher sechs Menschen einer Familie das Coronavirus nachgewiesen.
Im Stahnsdorfer Wohnheim wurde bei bisher sechs Menschen einer Familie das Coronavirus nachgewiesen.Foto: Björn Stelley

Stahnsdorf - Im Stahnsdorfer Übergangswohnheim in der Ruhlsdorfer Straße ist am Wochenende eine Familie positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie Kreissprecherin Andrea Metzler den PNN bestätigte, zeigte zunächst der Vater Krankheitssymptome und wurde stationär ins Potsdamer St.-Josefs-Krankenhaus aufgenommen. Am Sonntag wurden dann seine Frau und die fünf Kinder ins Bergmann-Klinikum gebracht. Die Frau und vier der Kinder sind Metzler zufolge inzwischen positiv getestet worden.

Der Internationale Bund soll Bewohner versorgen

Das Gesundheitsamt des Landkreises hat inzwischen alle 145 Bewohner des Wohnheimes als „ansteckungsverdächtig“ eingestuft, das Haus wurde unter Quarantäne gestellt. Gleiches gilt für das benachbarte zweite Haus des Wohnheimkomplexes, in dem noch einmal 130 Menschen wohnen. Die Kontakte zwischen beiden Häusern sind laut Kreis so eng, dass eine Quarantäne auch im zweiten Haus nötig ist. Der Internationale Bund als Betreiber des Wohnheimes organisiert laut Landkreis nun die Versorgung der Bewohner mit Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs. 
Die Anordnung gelte bereits seit Sonntag, die Meldung an das Gesundheitsministerium sei schon am Samstag erfolgt. Laut Kreis ermittelt das Gesundheitsamt derzeit Kontaktpersonen der Bewohner beider Häuser, überwacht die Quarantäne und führt Tests bei allen Geflüchteten durch. Die Zahl der Infizierten kann daher in den kommenden Tagen weiter ansteigen.

Kreis stellt Erfassungsmethodik um

Unterdessen hat der Kreis die Methodik zur Erfassung der Infizierten umgestellt. Es werden nur noch Daten veröffentlicht, die auch beim Robert-Koch-Institut gespeichert werden. So sollen Doppeleingaben oder ähnliche Fehler vermieden werden. Wie berichtet wurde die Zahl der Infizierten nach einer Untersuchung des Institutes bereits nach unten korrigiert, neben den sechs bestätigten neuen Stahnsdorfer Infektionen gibt es demnach 549 Infizierte im Kreis seit März. Aktuell erkrankt seien von ihnen noch drei.
Im Land Brandenburg hat das Gesundheitsministerium am Montagmorgen keine weiteren Infektionen vermeldet. 3510 Menschen in Brandenburg sind seit März mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert worden. (mit dpa)

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