• Bergmann-Klinikum wehrt sich gegen Vorwürfe : Akutkrankenhaus in Bad Belzig soll bestehen bleiben

Bergmann-Klinikum wehrt sich gegen Vorwürfe : Akutkrankenhaus in Bad Belzig soll bestehen bleiben

Das Akutkrankenhaus in Bad Belzig soll bestehen bleiben. Bewegungsbecken bleibt außer Betrieb.

Foto: Henry Klix

Bad Belzig/Potsdam - Das Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum wehrt sich gegen Vermutungen der Grünen-Fraktion aus Bad Belzig, dass das Akutkrankenhaus in Bad Belzig geschlossen werden könnte: „Es handelt sich hier um Gerüchte, die jeglicher Grundlage entbehren“, sagte Klinikums-Sprecherin Damaris Hunsmann auf PNN-Anfrage. „Es steht und stand nie in Frage, irgendwelche Geschäftsbereiche des Krankenhauses aufzugeben.“

Auslöser für die Kontroverse war ein arbeitsrechtlicher Konflikt zwischen dem Klinikum und zwei Oberärzten des Krankenhauses in Bad Belzig, das dem Bergmann-Klinikum seit 2013 geschäftlich untersteht. Worin genau dieser besteht, darüber bewahren derzeit beide Seiten Stillschweigen, da das Verfahren noch läuft. Hunsmann betont, dass die Gerüchte über Kündigungen der zwei Chirurgen Waldemar Kindsvater und Dirk Herberger aus der Luft gegriffen seien: „Wir haben uns von keinen Ärzten in der Chirurgie getrennt.“

Gerüchte im Umlauf

Der Bad Belziger Kinderarzt und Stadtverordnete Burkhard Kroll (Grüne) vermutet jedoch, dass die Oberärzte mit Absicht vergrätzt würden, um nach und nach die Grundversorgung in der 150-Betten-Einrichtung zu reduzieren: „Es ist völlig unklar, warum das Klinikum juristisch gegen die Ärzte vorgeht.“ Beide gelten als hervorragende Ärzte, für die schwer Ersatz zu bekommen sei: „Es ist ohnehin schwierig, so gutes Fachpersonal auf dem Land zu bekommen“, sagt Kroll. Er mutmaßt, dass in Bad Belzig nur noch die rentable Geriatrie, also Altersmedizin, etabliert werden solle. „Immer wieder werden Gerüchte an uns herangetragen, dass die Versorgung immer schlechter werde und Abteilungen wie die Chirurgie oder die Innere Medizin abgebaut werden sollen“, sagt auch der Bad Belziger Grünen-Politiker Andreas Koska.

Erinnerungen werden wach

Zudem fühlt sich Kroll an die Schließung der Geburtenklinik in Bad Belzig im Jahr 2015 erinnert: „Auch damals hat man nach und nach Personal entlassen oder ersetzt und dann gesagt, dass man aus Personalmangel nicht weitermachen könne.“ Das Klinikum hatte seinerzeit den Versorgungsauftrag für die Geburtenklinik zurückgegeben, nachdem 2014 dort nur 185 Kinder entbunden worden waren. Von Anwohnern und umliegenden Gemeinden hatte es damals breiten Protest gegen die Schließung gegeben, da Schwangere nun darauf angewiesen waren, Entfernungen von bis zu 60 Kilometern auf sich zu nehmen. Kritik gab es auch 2017, als das Bewegungsbecken des Krankenhauses wegen eines Defekts an der Filteranlage nicht wieder eröffnet wurde. Die Reparatur kostet rund 100.000 Euro, das Becken ist nach wie vor nicht in Betrieb. Eine Inbetriebnahme sei aus Kostengründen auch nicht geplant, sagte Klinikumssprecherin Hunsmann den PNN. Das Klinikum habe sich dafür entschieden, „die knappen finanziellen Mittel im Gesundheitswesen in Tarifanpassungen der Gehälter des Personals und die medizinisch-technische Ausstattung der Klinik zu investieren“.

Im Sozialausschuss des Kreistages hatten die Ärztliche Direktorin des Bad Belziger Krankenhauses, Cornelia Brenneis, und die Geschäftsführerin Katrin T. Eberhardt kürzlich über die Zukunft des Hauses gesprochen: Sie verwiesen auf stabile Fallzahlen (5400 Fälle) und Verweildauern (46.644 Tage) für das Jahr 2018 und kündigten Investitionen in den Brandschutz sowie eine neue teilstationäre Geriatrie mit zehn Plätzen in der Villa Else an.

Auch Hunsmann verweist darauf, dass das Krankenhaus in den letzten Jahren seine Kapazitäten eher ausgebaut habe: „Neben der Etablierung der Plastischen Chirurgie 2013 und dem Ausbau der Adipositaschirurgie liegt seit 2017 ein Fokus auf der minimal-invasiven Chirurgie.“ Das Akutkrankenhaus inklusive Notaufnahme seien nicht gefährdet: „Wir sehen unseren Versorgungsauftrag in der Sicherstellung der Grundversorgung und stärken seit Übernahme im Jahr 2013 den Klinikstandort.“