Beginn der Heidelbeersaison : Gesunde Beeren zum Selberpflücken

Die offizielle Heidelbeersaison hat begonnen. Trotz Spätfrost und Ernteverlusten wird mit guten Erträgen gerechnet. 

Auch die amtierende Spargelkönigin Gina-Luise Schrey lässt sich die Beeren schmecken.
Auch die amtierende Spargelkönigin Gina-Luise Schrey lässt sich die Beeren schmecken.Foto: Andreas Klaer

Beelitz - Mümmelnd stehen die Gäste an den Heidelbeersträuchern und stecken sich genüsslich eine blaue Beere nach der anderen in den Mund. Naschen war am Mittwoch bei der diesjährige offiziellen Eröffnung der Heidelbeersaison auf dem Spargel- und Erlebnishofs von Buschmann & Winkelmann in Klaistow ausdrücklich erwünscht. Auch wenn coronabedingt die Stühle für die Besucher im Abstand von einem Meter fünfzig standen mussten und die Sonne sich bedeckt hielt, waren mehr als 120 Gäste zum Saisonstart erschienen, darunter die Sängerin, Tänzerin und Moderatorin Dagmar Frederic sowie die amtierende Spargelkönigin Gina-Luise Schrey.

Winkelmann rechnet bis Saisonende mit einem Ertrag von 1000 Tonnen

Der Beelitzer Spargel- und Erlebnishof ist in Brandenburg der größte Produzent von Kulturheidelbeeren. Ernst-August Winkelmann, Chef des Hofes, rechnet auch in diesem Jahr mit einer guten Ernte. Und dass, obwohl es Schäden durch Spätfrost gab. „Der Frost hat uns schwer getroffen. Rund 30 bis 50 Prozent haben wir je nach Fläche an Heidelbeeren verloren.“ Wegen der Schäden müsse man sich nun ernsthaft mit dem Ausbau der Frostschutzberegnung beschäftigen, so Winkelmann. 

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Frost bei Winkelmann einen Ernteverlust von rund 20 Prozent verursacht. Auch andere Regionen in Brandenburg seien von dem Frost betroffen gewesen, sagt Klaus Henschel, Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Wie die Ernte am Ende ausfalle, werde sich erst nach Abschluss der Saison im September zeigen. Winkelmann geht davon aus, dass die Erträge wegen des zu erwartenden guten Wetters hoch ausfallen werden. Bereits am Mittwoch hätten die Mitarbeiter rund elf Tonnen gepflückt. „Ab der nächsten Woche werden es 25 bis 30 Tonnen am Tag sein. Bis zum Saisonende wollen wir 1000 Tonnen pflücken“, so Winkelmann – und damit 100 Tonnen mehr als im Vorjahr. 

Ernst-August Winkelmann, Chef des Hofes in Klaistow, rechnet mit einer guten Saison.
Ernst-August Winkelmann, Chef des Hofes in Klaistow, rechnet mit einer guten Saison.Foto: Andreas Klaer

Der Klaistower Hof will seine Flächen verdoppeln

Buschmann & Winkelmann bauen seit 2002 die Heidelbeeren an. Wie Winkelmann erklärt, brauchen die Pflanzen zwischen zwölf bis 15 Jahre ehe sie ihren vollen Ertrag bringen. Dadurch seien die Ertragsflächen jedes Jahr um sechs bis zehn Prozent angewachsen. Aktuell sind es in Klaistow 180 Hektar Heidelbeeren, davon 150 Hektar Ertragsflächen. Winkelmann plant die Flächen in den kommenden fünf Jahren noch einmal zu verdoppeln. Er und sein Team wollen sich weiterhin auf regionale Produkte und den regionalen Markt fokussieren. „Ich glaube die Verbraucher nehmen das auch immer mehr an“, so Winkelmann.

Insgesamt wird die Heidelbeere in Brandenburg immer beliebter. Nach Angaben des Gartenbauverbandes Berlin-Bandenburg ist die Frucht seit 2019 mit 387 Hektar die dominierende Strauchbeerenart im Bundesland. Der Anbau ist im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2018 um 17 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Ertrag lag 2019 bei 39,3 Dezitonnen pro Hektar, fünf Dezitonnen mehr als 2018.

Ab Donnerstag können die Beeren selbst gepflückt werden

Die blaue Beere gilt wegen ihrer Inhaltsstoffe als gesundheitsfördernd. Sie hat einen hohen Gehalt an Anthocyanen, die entzündungshemmend wirken, das Immunsystem stärken und den Alterungsprozess der Zellen verzögern. „Corona ist eine Krankheit, die Heidelbeere ist gesund“, scherzte Winkelmann in seiner Eröffnungsrede. Umso mehr die Menschen davon essen würden, desto weniger hätten die Ärzte zu tun. Ein Grund mehr also, beherzt von den Sträuchern zu naschen.

Morgen startet auch die Selbstpflücke. In Klaistow kostet das Kilogramm selbstgeflückter Heidelbeeren in diesem Jahr 6,95 Euro. Wegen der Corona-Pandemie dürfen keine eigenen Behältnisse mitgebracht werden. Sie können vor Ort gekauft werden. Eine Schale für ein Kilo kostet sechs Euro – der Selbstpflückpreis wird auf den Schalenpreis angerechnet. Geöffnet ist die Plantage Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 8 bis 18 Uhr. Auch auf der Plantage vom Jakobs-Hof am Kähnsdorfer Weg 1a in Beelitz kann man ab morgen täglich von 8 bis 18 Uhr die Beeren selbst pflücken.


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