Baumblütenfest in Werder : Obstbauern regieren skeptisch auf Pläne der Stadt

Zu den Beschlüssen für ein Baumblütenfest 2021 sind noch Fragen offen. Unterdessen hat sich ein neuer Verein gegründet.

Obstbaumeister Stefan Lindicke auf seiner Kirschplantage 2015.
Obstbaumeister Stefan Lindicke auf seiner Kirschplantage 2015.Foto: Henry Klix/PNN

Werder (Havel) - Werders Obstbauern reagieren zurückhaltend auf den jüngsten Stadtverordnetenbeschluss für eine gestraffte Einwohnerbeteiligung für das Baumblütenfest 2021. „Wir müssen erstmal sehen, was dabei herauskommt. Aber das Bedürfnis der Mitsprache ist ja in der letzten Zeit gewachsen“, sagte Stefan Lindicke, Obstbauer und Geschäftsführer des Werderschen Obst- und Gartenbauvereines, am Sonntag den PNN. „Wir hoffen nur, dass sich auch die Einwohner zu Wort melden, die das Fest prinzipiell gut finden und beibehalten wollen“, so Lindicke weiter.

Wie berichtet hatten die Stadtverordneten beschlossen, dass das Einwohnerbeteiligungsverfahren so sehr gestrafft wird, dass 2021 ein Fest mit neuer Ausrichtung stattfinden kann. Eine erste Infoveranstaltung dazu soll es am 4. November geben. Zudem soll der Sozialausschuss bis 12. Dezember die Rahmenbedingungen für das Fest 2020 bearbeiten. Kritik kam dazu wie berichtet bereits von der Wählergruppe Stadtmitgestalter. Diese hatte bemängelt, die Vorgaben seien zu unkonkret und das gewählte Verfahren zu langwierig. Stattdessen müsse ein Bürgerrat einberufen werden, der Vorschläge für 2020 diskutieren und ein Ergebnis verabschieden soll.

Neuer Förderverein zum Erhalt der Baumblüte gegründet

Unterdessen hat sich ein neuer Förderverein für das Baumblütenfest gegründet. „Derzeit befindet sich die Vereinsregistrierung noch vor Gericht“, sagte Obstbauer Michael Schultz vom Schultzens Siedlerhof in Elisabethhöhe den PNN. Er selbst sei als Vorsitzender gewählt worden. Ziel sei der Erhalt der Tradition der Baumblüte. Zudem wolle man den Weg zu einem neuen Fest mitgestalten. Mitmachen könnten alle, die sich in irgendeiner Weise der Baumblüte verbunden fühlten.

Wie Lindicke ist auch Schultz bezüglich des Beschlusses der Stadtpolitik skeptisch. „Es ist nicht ganz so, wie wir uns das erhofft haben. Aber man kann sagen, dass wenigstens ein Signal von den Stadtverordneten gekommen ist“, sagte Schultz. Mit Blick auf die Baumblüte 2020 aber bestehe weiter große Unklarheit. „Es muss jetzt darum gehen, den Betroffenen die Angst zu nehmen“, forderte er. 

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