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Baumblütenfest in Werder : Bauern wollen Unesco-Titel für Blütenfest

Stadt und Bauern ringen um gemeinsame Lösung. Auch nach einem zweiten Gespräch zur Zukunft des Baumblütenfestes ist weiterhin keine Lösung in Sicht.

Das Baumblütenfest ist zur Tradition geworden.
Das Baumblütenfest ist zur Tradition geworden.Foto: Nestor Bachmann/dpa

Werder (Havel) - Im Streit um die Absage des Werderaner Baumblütenfestes hat Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) den Obstbauern und Obstweinherstellern einen Vorschlag unterbreitet. Über die Inhalte des Vorschlags hat die Stadt für Mittwoch eine Pressemitteilung angekündigt. Zuvor wollte Saß dem Vernehmen nach am Dienstagabend die Fraktionschefs über ihren Vorschlage informieren.

Konstruktiver als zuvor

Eine Lösung des Streits, wie es mit dem abgesagten Volksfest im nächsten Jahr weitergehen soll, ist dennoch nicht in Sicht: „Wir konnten uns auf nichts Durchgreifendes einigen“, sagte Obstbauer Stefan Lindicke den PNN. Er war zusammen mit anderen Obstbauern und Obstweinproduzenten am Dienstagmorgen zu einem zweiten Gespräch mit Saß im Rathaus. Laut Lindicke sei das Gespräch am Dienstag mit rund 15 Teilnehmern konstruktiver verlaufen als das erste Treffen am vergangenen Freitag. „Wir befinden uns in einem Arbeitsprozess.“ Saß hätte den Anwesenden am Dienstag erklärt, was vonseiten der Stadt möglich ist und was nicht.

"Wir haben alle versucht, Lösungen zu finden", aber man komme nicht zueinander, sagte Obstbauer Michael Schulz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Stadt wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Sprecher Henry Klix sagte zunächst nur: "Wir sind mit Obstbauern und Obstweinproduzenten weiter im Gespräch."

Demo am Donnerstag

Die Obstbauern und Obstweinproduzenten würden jetzt die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag abwarten wollen. Zuvor planen die Obstbauern um 16 Uhr eine Demonstration vor dem Schützenhaus. Laut Lindicke sei die Mehrzahl der am Gespräch Beteiligten dafür, dass das Baumblütenfest wieder durchgeführt wird – mit Festmeile im Zentrum. 

Die Obstbauern haben zusammen mit weiteren rund 80 interessierten Werderanern am vergangenen Freitag kurzfristig einen Elf-Punkte-Plan erarbeitet. Darin fordern sie unter anderem, dass die Stadt sich mit dem Baumblütenfest um den Unesco-Titel bewerben soll. Abwegig ist die Forderung nicht: Beelitz hat sich wie berichtet mit dem Spargelfest beim Unesco-Komitee beworben.

Kein Fest in den kommenden zwei Jahren

Die Stadt Werder hatte vor einer Woche mitgeteilt, dass es im nächsten und im darauffolgenden Jahr kein Baumblütenfest geben wird. Ein Vergabeverfahren endete ohne Erfolg. Die Obstbauern werfen der Stadt vor, erst aus den Medien von der Absage erfahren zu haben. Sie wollen auch deshalb an diesem Donnerstag vor das Rathaus ziehen. Wieviel Obstbauern sich an der Demonstration beteiligen, konnte Schulz zunächst nicht sagen.

Die SPD in Werder sowie die Wählergruppe Stadtmitgestalter fordert inzwischen den Rücktritt von Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU).

(Mit Silke Nauschütz, dpa)