Bad-Großbaustelle in Werder (Havel) : An der Blütentherme wird wieder gebaut

Nach vier Jahren des Stillstands haben am Rohbau der Blütentherme in Werder (Havel) die erste Umbauten begonnen. In den kommenden Wochen soll der Bauantrag für das Großprojekt mit Seesauna gestellt werden.

Im Frühjahr 2021 soll das Bauprojekt fertiggestellt sein. 
Im Frühjahr 2021 soll das Bauprojekt fertiggestellt sein. Foto: Andreas Klaer

Werder (Havel) - Es tut sich was auf Werders Thermenbaustelle: Nach vier Jahren des Stillstandes führen derzeit Arbeiter im halbfertigen Bad in den Havelauen kleinere Rückbauten und Installationsarbeiten durch. Das bestätigte Andreas Schauer, Geschäftsführer der Schauer & Co. GmbH, am gestrigen Mittwoch auf PNN-Nachfrage. Auch die Vorbereitungen für den Bauantrag liefen wie geplant und würden in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

16 Firmen arbeiten zusammen

„Derzeit finden Rückbauten im technischen Bereich statt, es werden etwa Abdichtungen ausgetauscht“, so Schauer. Inzwischen habe seine Firma auch das Projektteam für die Therme zusammengestellt, in dem etwa 16 verschiedene Firmen wie Brandschutz- oder Tragwerksprüfer zusammenarbeiten sollen. Auch die Zusammenarbeit mit den Behörden laufe gut. Wie geplant werde der Bauantrag in den kommenden Wochen eingereicht. Vorher werden die Antragsunterlagen in der kommenden Woche im Badausschuss der Stadtverordneten präsentiert.

Wie berichtet soll die Firma von Andreas Schauer die Therme in den Havelauen für 28,3 Millionen Euro vollenden, insgesamt wird das Bad die Stadt Werder dann mehr als 50 Millionen Euro gekostet haben. Im Gegenzug soll die Stadt nach Fertigstellung des Bades keine Zuschüsse für den Betrieb zahlen müssen und Pachteinnahmen erhalten. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2021 geplant. Größter Kostenfaktor bei der Fertigstellung sind ein Familienbad mit auffahrbarem Dach und eine Sauna auf dem Zernsee. Beides war zu Baubeginn der Therme im Jahr 2011 nicht vorgesehen.

Ob Seesauna genehmigt wird, ist noch offen

Während das Familienbad mit Eintrittspreisen ab drei Euro für Erwachsene für Sport- und Familienbecken vor allem von Werderanern genutzt werden soll, soll die Seesauna Gäste aus ganz Brandenburg und Berlin nach Werder holen. Ob sie im Landschaftsschutzgebiet genehmigt wird, ist noch offen. Andreas Schauer zufolge laufen dazu noch Absprachen mit den Behörden. Er ist aber optimistisch, dass die durch einen Steg mit der Therme verbundene Sauna gebaut werden kann.

Laut Zeitplan, den Andreas Schauer mit der Stadt festgelegt hat, wird mit einer Baugenehmigung im Frühjahr 2019 gerechnet, nach entsprechenden Ausschreibungen sollten die Bauarbeiten im Sommer kommenden Jahres anfangen. „Eventuell können wir mit den ein oder anderen Arbeiten auch schon früher beginnen“, sagt der Geschäftsführer. Das werde zwar nicht zu einer früheren Eröffnung führen. „Aber was wir erledigt haben, ist erledigt.“ Mit einigen Fachfirmen, die die Therme im Auftrag von Schauer vollenden sollen, gebe es schon Vereinbarungen. Insgesamt seien 29 Gewerke am Bau beteiligt, teilweise hätten die Firmen für die nächsten eineinhalb Jahre schon volle Auftragsbücher. Daher würden diese Absprachen schon jetzt getroffen. Einheitspreise und Bauzeiträume seien schon abgesprochen worden.

Termin für Treffen des Badausschusses steht noch nicht fest

Wann genau die Mitglieder des Badausschusses über die Fortschritte und den Bauantrag informiert werden, stand am Mittwoch noch nicht fest. Die Stadtverwaltung hat die Sitzung auf den 6. Dezember terminiert. Der Vorsitzende des Badausschusses, Gunther Schinke (Linke), kann dort wegen anderer Termine aber nicht, wie er den PNN sagte. Er werde deshalb noch einmal auf die Verwaltung zugehen.

Der Badausschuss hatte seit der Vertragsunterzeichnung zwischen Schauer und der Stadt im August nicht mehr getagt. Der Unternehmer aus Baden-Württemberg, der zuvor in mehreren Städten ähnliche Bäder erfolgreich vollendet hat und ohne kommunale Zuschüsse betreibt, war der bevorzugte Bieter, um das Thermenprojekt nach Jahren des Stillstandes zu vollenden. Andere Bieter haben die Vergabe gerichtlich prüfen lassen, beanstandet wurde sie aber nicht.

Ursprünglich sollte Werders Bad am 12. Dezember 2012 eröffnen, bauen sollte es die private Kristall Bäder AG. Es kam jedoch zu mehreren Bauverzögerungen und letztlich zur Trennung von Stadt und privatem Partner in einem langwierigen Gerichtsverfahren. Anschließend wurde lange über die Form des Thermenbaus debattiert. Ein Bürgerbegehren für mehr Transparenz bei der Vergabe der Therme hatte 2600 Unterschriften erhalten, wurde jedoch für unzulässig erklärt.