Ausbau des Berliner Rings : Bald Lärmschutz auf der Havelbrücke

Werder (Havel) darf hoffen, dass der Autobahnlärm endlich eingedämmt wird. Denn mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan wird die Autobahnverbreiterung inklusive Lärmschutz zwischen den Dreiecken Werder und Havelland wieder aktuell.

Henry Klix
Die Autobahnbrücke über den Zernsee bei Töplitz.
Die Autobahnbrücke über den Zernsee bei Töplitz.Foto: Lutz Hannemann

Werder (Havel) - Die Fahrgeräusche der Autobahnbrücke in Töplitz sind weit über den Großen Zernsee zu hören. Bis zu 49 000 Fahrzeuge befahren täglich die Brücke, ein Fünftel davon Laster. Schon seit Jahren fordern die lärmgeplagten Anwohner mehr Schutz. Jetzt können sie sich offenbar Hoffnungen auf eine Lärmschutzwand an der Autobahnbrücke über die Havel machen. Grund: Der sechsstreifige Ausbau der A10 zwischen den Dreiecken Werder und Havelland hat Chancen, im neuen Bundesverkehrswegeplan zu landen – und dann auch in den kommenden 15 Jahren umgesetzt zu werden. Damit würden auch die Lärmschutzwände endlich kommen.

Das Land Brandenburg hat den Autobahnausbau für die Straßenbauplanung des Bundes angemeldet. Anders als bei früheren Bundesverkehrswegeplänen stehen dort nur noch Projekte, die auch finanziert werden können, sagte Norbert Kunz, Vorstandsmitglied der Kreis-SPD und Leiter des Büros der SPD-Bundestagsabgeordneten Andrea Wicklein. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will den Planentwurf am 14. März vorstellen. Danach soll es erstmals ein öffentliches Bürgerbeteiligungsverfahren für das Planwerk geben, bevor es vom Kabinett im zweiten Halbjahr verabschiedet und dann zur Leitlinie für Straßenbauprojekte der nächsten 15 Jahre wird.

Nicht nur Töplitz ist betroffen

Die 700 Meter lange Töplitzer Autobahnbrücke war schon vor zwölf Jahren – im Vorgriff auf eine Autobahnverbreiterung – auf sechs Spuren verbreitert worden. Seitdem kämpfen Anwohner und eine Bürgerinitiative um zusätzlichen Lärmschutz, zu dem der Bund aber erst mit der Autobahnverbreiterung verpflichtet und bereit ist. Es ist nicht nur ein Töplitzer Problem: Laut Lärmaktionsplan der Stadt Werder sind die Ortsteile Kemnitz, Phöben, Töplitz und die Havelauen mit insgesamt rund 2500 Einwohnern durch den Autobahnlärm beeinträchtigt, sagt der Töplitzer Ortsvorsteher Frank Ringel. Je nach Windrichtung ist es mal auf der einen und mal auf der anderen Seite der Havelbrücke laut.

Bei einem Vor-Ort-Termin am Montag hat sich Norbert Kunz mit dem Chef der Lärmschutz-Initiative, Wolfram Lehmann, sowie Ortsvorsteher Ringel zur Situation ausgetauscht. Ringel betonte nach dem Termin, dass die Brücke bereits für den Anbau von Lärmschutzwänden technisch vorbereitet ist. Kommune und Bürgerinitiative wollen nun erreichen, dass der Lärmschutz bei Bestätigung des Bundesverkehrswegeplans vorgezogen wird. Bis zum Autobahnausbau will man nicht mehr warten, nachdem man sich schon seit  Jahren um die Lärmschutzwände bemüht.

Solare Lärmschutzwände nicht mehr realistisch

„Frühere Vorstellungen der Bürgerinitiative, die Lärmschutzwand ganz oder teilweise durch Solarenergie zu finanzieren, sind wahrscheinlich nicht mehr realistisch, seit die Förderung der Solarenergie zurückgefahren wird und ein vergleichbares Projekt in Michendorf gescheitert ist“, so der Ortsvorsteher. Der Töplitzer Ortsbeirat empfehle inzwischen eine transparente Lärmschutzwand.

In dem Mitte März beginnenden Beteiligungsverfahren zum Bundesverkehrswegeplan sollte der Autobahnausbau mit Lärmschutz im Bereich Werder durch die politischen Gremien, das Rathaus und die Bürger unterstützt werden, fordert Ringel. „Wir hoffen natürlich für den Ausbau des Berliner Rings auf eine hohe Prioritäteneinstufung, zumal der Streckenabschnitt schon im vorherigen Bundesverkehrswegeplan eine Rolle spielte.“

Auch Andrea Wicklein will sich bei Minister Dobrindt dafür einsetzen, dass die Schallschutzwand endlich kommt. „Bei der Autobahnbrücke sind bereits die bautechnischen Voraussetzungen gegeben. Diese bereits seit Langem geplante Maßnahme gilt es nun endlich umzusetzen“, sagte sie nach dem Termin. Wichtig ist auch für sie, dass das Ausbauprojekt in den vordringlichen Bedarf kommt.

 

 

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