Antrag vom Badbetreiber : Wohnen an der Haveltherme in Werder (Havel)

Badbetreiber Andreas Schauer möchte in den Havelauen einige Wohnungen für Mitarbeiter bauen. Dafür muss jedoch der B-Plan geändert werden.

Mit Wasserblick. Das Grundstück für die Wohnungen liegt zwischen der Energieversorgung der Haveltherme und dem Thermengebäude.
Mit Wasserblick. Das Grundstück für die Wohnungen liegt zwischen der Energieversorgung der Haveltherme und dem Thermengebäude.Visualisierung: Schauer & Co. GmbH

Werder (Havel) - Überraschung im Werderaner Badausschuss: In der Sitzung am Mittwoch wurden den Mitgliedern Pläne von Badbetreiber Andreas Schauer für eine Wohnbebauung direkt neben der Haveltherme vorgestellt. Die rund 50 geplanten Wohnungen beziehungsweise Appartements will Schauer für Mitarbeiter der Therme bauen. Sie sollen mehr Anreize für potentielle Bewerber schaffen.

Die Unterlagen habe Schauer der Stadt wenige Tage vor dem Badausschuss vorgelegt, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) am Mittwochabend. Eine detaillierte Prüfung des Antrages soll in den kommenden Wochen erfolgen. Da der nächste Badausschuss jedoch erst im Mai stattfindet, wollte die Stadtverwaltung bereits jetzt schon vorlegen. Schauers Antrag soll voraussichtlich im Bauausschuss am 19. Februar diskutiert werden.

Auf einem ersten Vorentwurf der möglichen Wohnungbebauung ist ein L-förmiger viergeschossiger Bau zu sehen, sowie ein weiteres einzeln stehendes, ebenfalls viergeschossiges Gebäude. Die Wohnungen wirken schick, mit großen Glasfenstern und Balkonen – in bester Lage. Denn das Flurstück, das Schauer für die Wohnungen nutzen möchte, liegt am Wasser, zwischen der Energieversorgung der Haveltherme und dem Thermengebäude. Es gehört der Stadt, ist jedoch Teil des Vertrages mit Schauers Havel Therme GmbH.

Pläne für die Havel-Therme.
Pläne für die Havel-Therme.Grafik: PNN/ Böttcher

Für die Wohnungen müsste allerdings der Bebauungsplan geändert werden. Denn im B-Plan ist das Flurstück als Sondergebiet festgesetzt und bislang für Betriebe des Beherbergungsgewerbes, also Hotels sowie Schank- und Speisewirtschaften vorgesehen. Auch für die Parkplätze, deren Anzahl Schauer wie berichtet erweitern möchte, muss der Bebauungsplan geändert werden. Für die von ihm gewünschten 450 bis 500 Parkplätzen soll ein eingeschossiges Parkdeck entstehen.

„In unserem Bereich ist es schwieriger Fachkräfte zu finden und noch schwieriger wird es ohne Wohnungen“, sagte Schauer zu seinen Wohnungsplänen. Mit seinem Unternehmen Schauer & Co GmbH hat er bereits mit anderen Thermen und Bädern entsprechend Erfahrung sammeln können. 130 Arbeitsplätze werden in der Haveltherme entstehen. „Es werden auch viele von außerhalb kommen“, so Schauer. Mit der Stadt habe er überlegt, wie und wo man Wohnraum schaffen könnte.

In Werder (Havel) sei es derzeit sehr schwierig Wohnungen zu finden, in den Havelauen sei bereits alles vermietet oder verkauft. „Ich war überrascht, wie viele Wohnungen dort draußen gebaut wurden. Aber die sind bereits alle weg.“

Das stetige Wachstum der Stadt sowie die geplante Takterhöhung des Regionalzuges zwischen Berlin und Werder zeige die große Nachfrage. Schauer betonte, keinen „großen Klotz“ an das Wasser zu bauen, sondern die Wohnbebauung offener zu gestalten. So soll es ein Innenhof geben, den die Bewohner in ihrer Freizeit nutzen können und auf dem eventuell eine Gartenlaube, eine Grillmöglichkeit oder auch ein Spielplatz entstehen könnte. Wie viele Wohnungen es am Ende genau werden oder wie hoch sie gebaut werden, kann der Badbetreiber noch nicht sagen.

„Was aber auf jeden Fall klar ist, ist, dass es kleinere Wohneinheiten mit zwei bis drei Zimmern werden.“ Auch zur Investitionssumme wollte er sich nicht äußern, das sei noch völlig offen. Zunächst sollen die Pläne den Stadtverordneten vorgestellt werden. Erst wenn sein Vorhaben positiv aufgenommen werde, würden die Details festgelegt.

Der Badbetreiber hofft, dass sein Vorschlag gut aufgenommen wird. „Wir selber sind von dem Standort sehr überzeugt. Sonst würden wir nicht in Wohnungen investieren wollen“, sagte Schauer den PNN. Die Pläne seien schließlich ein Bekenntnis für den Standort.


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